Dr. Rüdiger Kapitza, Vorstandsvorsitzender bei Gildemeister.

Dr. Rüdiger Kapitza, Vorstandsvorsitzender bei Gildemeister.

BIELEFELD (sm). Die weltweite Werkzeugmaschinen Krise ist überstanden und der Weltmarkt für Werkzeugmaschinen entwickelt sich wieder positiv. Auch der Gildemeister-Konzern verzeichnete im Jahr 2010 bereits deutliche Aufwärtstendenzen. Der Auftragseingang stieg um 24% auf 1.418,4 Mio Euro. Davon entfielen 854,2 Mio Euro auf das Werkzeugmaschinengeschäft, 419,2 Mio Euro auf das Geschäftsfeld „Services“ und 144,8 Mio Euro auf die „Energy Solutions“. Der Umsatz nahm um 195,6 Mio Euro (+17%) auf 1.376,8 Mio Euro zu.

Gildemeister erzielte im Geschäftsjahr 2010 ein positives Ergebnis und bestätigt damit seine Ziele. Die Ertragslage entwickelte sich wie folgt: Das EBITDA betrug 73,6 Mio Euro (Vorjahr: 60,9 Mio Euro); das EBIT belief sich auf 44,7 Mio Euro (Vorjahr: 31,8 Mio Euro). Das EBT war mit 6,5 Mio Euro positiv (Vorjahr: 7,1 Mio Euro). Der Jahresüberschuss im Konzern beträgt 4,2 Mio Euro (Vorjahr: 4,7 Mio Euro). Das Ergebnis je Aktie beläuft sich auf 0,09 Euro. Wie bereits angekündigt wird der Vorstand in der Hauptversammlung am 13. Mai 2011 vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2010 keine Dividende auszuschütten.

Der Umsatz stieg um 195,6 Mio Euro auf 1.376,8 Mio Euro. Im Segment „Werkzeugmaschinen“ übertraf der Umsatz im Gesamtjahr mit 769,9 Mio Euro das Vorjahresniveau (757,7 Mio Euro). Die „Services“ stiegen auf 367,2 Mio Euro (+18%). Bei den „Energy Solutions“ konnten der Konzern den Umsatz mit 239,5 Mio Euro (+113%) verdoppeln. Die Auslandsumsätze des Konzerns stiegen auf 877,7 Mio Euro (+28%), die Inlandsumsätze beliefen sich auf 499,1 Mio Euro (+1%). Die Exportquote betrug 64% (Vorjahr: 58%).

Beim Auftragseingang konnte Gildemeister im Jahresverlauf zunehmend Erfolge verzeichnen. Er stieg um 24% auf 1.418,4 Mio Euro. Im vierten Quartal erreichte der Auftragseingang 404,6 Mio Euro – ein Plus von 23%. Im Kerngeschäft „Werkzeugmaschinen“ konnte der Konzern den Auftragseingang um 50% auf 854,2 Mio Euro im Gesamtjahr deutlich steigern. Die „Services“ entwickelten sich ebenfalls positiv; der Auftragseingang stieg um +60% auf 419,2 Mio Euro. Bei den „Energy Solutions“ verbuchte Gildemeister einen Auftragseingang von 144,8 Mio Euro (-54%). Wegen der hohen Auftragsbestände verlief der Auftragseingang geplant unter dem Vorjahresniveau.

Am 31. Dezember 2010 waren 5.445 Mitarbeiter, davon 213 Auszubildende, bei Gildemeister beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Mitarbeiter nahezu unverändert geblieben. In Erwartung einer Verbesserung der Geschäftsentwicklung hat der Konzern sein hochqualifiziertes Fachpersonal bewusst gehalten. Zum Jahresende arbeiteten 3.306 Mitarbeiter (61%) bei inländischen und 2.139 Mitarbeiter (39%) bei den ausländischen Gesellschaften. Die Personalquote lag bei 24,2% (Vorjahr: 30,3%); der Personalaufwand reduzierte sich um 13,2 Mio Euro auf 332,9 Mio Euro.

Die Gildemeister-Aktie gewann in den ersten acht Monaten und insbesondere im vierten Quartal deutlich an Wert. Mit einer Steigerung von 47% (year-on-year) entwickelte sich die Aktie besser als der MDAX (+35%). In das vergangene Börsenjahr 2010 startete sie mit einem Kurs von 11,62 Euro (04.01.2010) und erreichte ihren Höchstwert mit 17,28 Euro am 14. Dezember 2010. Der Jahrestiefstwert lag bei 7,53 Euro (25.05.2010). Die Aktie schloss zum 30. Dezember 2010 mit 16,70 Euro.

Ausblick 2011:

Die aktuelle Prognose für Werkzeugmaschinen geht für das Jahr 2011 von einem weiteren Wachstum aus. Der VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) erwartet, dass der Verbrauch weltweit um 20% und in Deutschland sogar um 30% steigen wird. Auf das Geschäftsjahr 2011 blickt Gildemeister mit Optimismus und rechnet mit einem weiteren Wachstum der weltweiten Werkzeugmaschinennachfrage und des Servicegeschäftes. Auch das Geschäftsfeld der „Energy Solutions“ werde sich weiter positiv entwickeln. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen Auftragseingang von über 1,6 Mrd Euro und einen Umsatz von über 1,5 Mrd Euro. Gildemeister sei strategisch gut aufgestellt, um wieder ertragsorientiert zu wachsen. Beim EBT und Jahresüberschuss wird mit deutlichen Zuwächsen gerechnet. Auch für das Geschäftsjahr 2012 erwarte man in allen Geschäftsfeldern eine positive dynamische Entwicklung. Die bereits Ende des letzten Jahres angekündigten Kapitalerhöhungen plant Gildemeister im ersten Halbjahr 2011 durchzuführen. Dabei ist der Konzern zuversichtlich, einen signifikanten Mittelzufluss zu erzielen. Die Konditionen der Kapitalerhöhungen werden rechtzeitig bekanntgeben.