MÜNCHEN (Dow Jones)–Nach den anhaltenden Diskussionen über eine mögliche Ausweitung der Beteiligung von Mori Seiki am deutschen Wettbewerber Gildemeister wollen nun beiden Unternehmen gemeinsam über den Stand ihrer Zusammenarbeit informieren. “Es wird am 23. Juni am Unternehmenssitz von Mori Seiki im japanischen Nagoya eine gemeinsame Veranstaltung von Gildemeister und Mori Seiki geben”, sagte eine Gildemeister-Sprecherin am Freitag auf Anfrage zu Dow Jones Newswires. Dazu würden die Fachpresse und einzelne Vertreter der Wirtschaftspresse eingeladen.

“Gildemeister und Mori Seiki werden dort gemeinsam über ihre erfolgreiche Kooperation berichten”, erklärte die Sprecherin. An der Veranstaltung werden Gildemeister-Vorstandsvorsitzender Rüdiger Kapitza und Masahiko Mori, Vorstandsvorsitzender von Mori Seiki, teilnehmen.

Beide Werkzeugmaschinenhersteller verbindet eine Überkreuzbeteiligung von je 5%. Zudem sitzen die Vorstandsvorsitzenden jeweils im Aufsichtsrat des Wettbewerbers. Die seit März vergangenen Jahres laufende Kooperation zwischen den Wettbewerbern erstreckte sich zunächst auf die Produktion, den Einkauf, die Entwicklung von Maschinen sowie Vertrieb und Service in ausgewählten Märkten. Sie wird seither kontinuierlich ausgebaut.

Zum 1. April 2010 wurden alle Vertriebs- und Serviceaktivitäten beider Unternehmen im Traditionsmarkt USA und im Wachstumsmarkt Indien in einer Gesellschaft zusammengeführt. Auch in Japan, Korea und Australien hatten beide Unternehmen zuvor bereits eine Zusammenarbeit begonnen.

Auch in der Finanzierung von Kundenaufträgen arbeiten Mori Seiki und Gildemeister bereits zusammen. Sie haben dazu im vergangenen Jahr mit dem japanischen Handelsunternehmen Mitsui & Co Ltd eine Finanzierungsgesellschaft mit Sitz in Baden-Württemberg gegründet.

Der Ausbau der Kooperation hatte in den Medien Spekulationen aufkommen lassen, Mori Seiki könne seine Beteiligung an Gildemeister ausweiten und den Bielefelder MDAX-Konzern schleichend übernehmen. Den Übernahmegerüchten trat Gildemeister daraufhin entschieden entgegen.

Allerdings zeigen sich die Bielefelder offen für Mori Seiki als möglichen Ankeraktionär, wie eine Sprecherin Dow Jones Newswires am Dienstag erklärte. Vorstandsvorsitzender Rüdiger Kapitza bekräftigte dies nun im “Handelsblatt” (Freitagsausgabe). Gespräche und Überlegungen in diese Richtung gebe es allerdings nicht.