Shake Hands zur geplanten Kooperation zwischen Shenyang, Gildemeister und Mori Seiki. Die

Shake Hands zur geplanten Kooperation zwischen Shenyang, Gildemeister und Mori Seiki. Die Überkreuzbeteiligung mit Mori Seiki sieht Kapitza als entscheidend dafür, dass Gildemeister in der Krise keine Verluste geschrieben habe (Bild: Gildemeister).

Gildemeister will im laufenden Geschäftsjahr vor Steuern 50 Mio Euro bis 60 Mio Euro verdienen. “So lauten im Moment die Konsensschätzungen der Analysten, und dazu stehen wir”, sagte Vorstandsvorsitzender Rüdiger Kapitza am Donnerstag.

BIELEFELD (Dow Jones/ks)–Das entspricht bei der jüngst angehobenen Umsatzprognose auf 1,6 Mrd Euro einer Umsatzrendite von knapp 4%. Gildemeister hatte bislang keine konkrete Prognose für den Gewinn im laufenden Jahr gegeben.

Zudem nannte Kapitza Prognosen zum laufenden zweiten Quartal: “Wir wollen einen Auftragseingang wie im ersten Quartal von über 450 Mio Euro erzielen, den Umsatz sehen wir bei rund 400 Mio Euro. Der April war beim Auftragseingang der beste in der Geschichte des Unternehmens”. Gildemeister erwartet zudem ein “schwarzes Ergebnis”.

Am Donnerstagmorgen hatte Gildemeister für das erste Quartal einen Umsatzsprung von 50% auf 377 Mio Euro berichtet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sowie das Vorsteuerergebnis kehrten mit 10,4 Mio Euro bzw 0,5 Mio Euro in die Gewinnzone zurück. Gleichzeitig erhöhte der Konzern die Prognose für das Gesamtjahr auf 1,6 Mrd Euro Umsatz und einen Auftragseingang in Höhe von 1,7 Mrd Euro. Zudem will das Unternehmen für 2011 eine Dividende zahlen.

Kapitza verteidigte den berichteten, deutlich gefallenen Auftragseingangs im relativ jungen Geschäftsfeld “Energy Solutions”. Das Geschäft mit erneuerbaren Energien sei sehr volatil, so der Manager. “Im Moment gibt es allerdings einen Riesen-Run”. Aus Kapazitätsgründen habe die Tochterfirma a+f GmbH jedoch keine weiteren Aufträge angenommen, daher sei der Auftragseingang so gefallen. “Die Aufträge werden aber noch in diesem Quartal abgearbeitet, dann starten wir durch”. Außerdem soll auf der Fachmesse Intersolar, die vom 8. bis 10. Juni in München stattfindet, ein neues Produkt vorgestellt werden. Ein Problem seien Personalengpässe. “Die Spezialisten, die wir brauchen, sind schwer zu bekommen”.

Eine Stütze des Erfolgs des Gildemeister-Konzerns sei die Kooperation mit dem japanischen Werkzeugmaschinenenhersteller Mori Seiki, die sich in einer Überkreuzbeteiligung beider Unternehmen manifestiert. “Mori Seiki ist so gut wie wir und die Kooperation einer der Gründe, warum Gildemeister in der Wirtschaftskrise keine Verluste geschrieben hat”.

Eine Ausweitung der Überkreuzbeteiligung sieht Kapitza derzeit nicht. Mori Seiki hatte seinen Anteil im Zuge der jüngsten Gildemeister-Kapitalerhöhung auf 20,1% aufgestockt, während Gildemeister an den Japanern 5% hält. An den Anteilen werde sich “auf absehbare Zeit” nichts ändern. “Wir sind froh, dass wir mit Mori Seiki bei unserem Freefloat von 100% einen Ankerinvestor haben”.

Von der Erdbebenkatastrophe in Japan und ihren Folgen ist das Wachstum des Partners der Bielefelder nicht betroffen. Die Werke von Mori Seiki seien größtenteils im Süden des Landes und damit außerhalb des Krisengebiets angesiedelt, sagte Kapitza.