Förderung von Zink in Australien. Foto: Glencore

Förderung von Zink in Australien. Foto: Glencore

Die eingeschränkte Zinkgewinnung soll unter anderem durch die Schließung der Bergbauwerke Lady Loretta in Australien und Iscaycruz in Peru erreicht werden. Durch die Maßnahme werden auch jährlich rund 100.000 Tonnen Blei, das ebenfalls an diesen Standorten gefördert wird, wegfallen, wie das Unternehmen mitteilte.

Der Preis von Zink ist seit April um fast 30 Prozent auf ein Fünfjahrestief eingebrochen. Die Märkte sind insbesondere nervös angesichts des sich verlangsamenden Wirtschaftswachstums in China. Das Reich der Mitte ist der größte Abnehmer von Zink. Das Land vereint fast die Hälfte der Nachfrage weltweit auf sich.

"Durch die schwindende Gunst der Investoren ist Zink dieses Jahr vom Helden zum Verlierer geworden", schrieb David Wilson, Rohstoffanalyst bei der Citi diese Woche. Auch für das kommende Jahr erwartet die Beratungsfirma GFMS keine Erholung: Die Analysten prognostizieren einen Anstieg von weniger als 2 Prozent für 2016. Langfristig sei der Ausblick aber positiver, sagte Wilson, da künftig weniger produziert als nachgefragt werde.

Glencore, dessen Zinkgeschäft sich von Australien über Kasachstan und Südamerika erstreckt, erklärte, auch die Produktion in George Fisher und McArthur River in Australien sowie an etlichen Standorten in Kasachstan werde heruntergefahren. 535 Stellen könnten im Zuge der Kürzungen in Australien wegfallen. "Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen", sagte das Unternehmen. Einer mit der Angelegenheit vertrauten Person zufolge könnten weltweit bis zu 1.600 Stellen eingespart werden.

Glencore sei der Meinung, dass die derzeitigen Preise nicht dem Wert des knappen Rohstoffes entsprächen, begründete das Unternehmen den Schritt. Längerfristig gesehen sei Glencore aber positiv für die Entwicklung der Zink- und Bleipreise gestimmt.

CEO Ivan Glasenberg hat lautstark Kritik an Wettbewerbern geäußert, insbesondere Eisenerzproduzenten, die in Zeiten des Überangebots immer größere Mengen förderten.

Glencore hat bereits etliche Bergwerke geschlossen, darunter in Südafrika, oder stillgelegt, unter anderem in Zambia, um zu sparen. Das Kostensenkungsprogramm soll voraussichtlich Ende des ersten Halbjahrs 2017 abgeschlossen sein.

Angesichts der Sorgen der Investoren über den Schuldenberg, auf dem Glencore sitzt, hat das Unternehmen eine Kommunikationsoffensive gestartet. Dieses Jahr haben die Aktien von Glencore bislang bereits 60 Prozent abgegeben.