(Bild: Opel AG).

(Bild: Opel AG).

Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones)–In der GM-Zentrale mehrten sich aktuell massiv die Zweifel an der Überlebensfähigkeit des defizitären Unternehmens gemehrt, berichtet die “Auto Bild” in ihrer am Freitag erscheinenden Ausgabe unter Berufung auf namentlich nicht genannte Insider aus Detroit. Auch das Magazin “Spiegel” berichtet von einem möglicherweise bevorstehenden Verkauf.

Als Käufer kommen laut den Berichten Interessenten aus China sowie Europas größter Autobauer Volkswagen in Frage. Die “Auto Bild” schreibt, dass GM zunehmend zuversichtlicher sei, den Markt für Klein- und Kompaktwagen mit koreanischen Schwestermodellen bestücken und die bisher von Opel belieferte Mittelklasse in Europa relativ zügig durch Modelle der Hausmarke Chevrolet ersetzen zu können.

Der neue Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke wandte sich angesichts der Gerüchte in einem internen Schreiben, in das Dow Jones Newswires am Donnerstag Einblick hatte, an die Belegschaft: “Dazu möchte ich ganz deutlich festhalten, dass es sich bei diesem Bericht um reine Spekulation handelt. Dies ist auch konzernweit so abgestimmt.”

Opel sei wieder auf einem sehr guten Weg und habe einen großen Wert für GM, so der Konzernlenker mit Blick auf die zuletzt gestiegenen Verkaufszahlen. Der europaweite Marktanteil legte zuletzt sieben Monate in Folge zu. “Unsere Auftragslage ist momentan sehr gut”, schrieb der Manager. “Ich bin sehr froh über unseren momentanen Erfolg und die Aufbruchstimmung im Unternehmen. Ich werde mich nicht von den Spekulationen in der Presse beeinflussen lassen; bitte tun Sie das auch nicht”, appellierte Stracke an die Belegschaft.

Auch Betriebsratschef Klaus Franz bezeichnete die Berichte als “reine Spekulationen”. “Leider vermisst der Betriebsrat in diesem Zusammenhang jedoch ein klares Dementi von General Motors, die bisher wegen eines zu befürchtenden Technologieabflusses und anderen guten Gründen an Opel festgehalten haben”, ließ der oberste Arbeitnehmervertreter wissen. Derartige Spekulationen seien für Opel enorm imageschädlich.

GM hatte Opel 2009 zum Verkauf gestellt. Auf der Zielgeraden entschieden sich die Amerikaner dann Ende des Jahres überraschend dazu, das Traditionsunternehmen doch nicht an ein Konsortium um den kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna zu verkaufen sondern in Eigenregie zu sanieren. GM hat nach überwundener Insolvenz inzwischen wieder ein glanzvolles Comeback an der Börse gefeiert und schreibt Milliardengewinne. Einziger Verlustbringer ist das Europageschäft um Opel. Ab diesem Jahr sollen aber in Rüsselsheim – zumindest wenn man die Kosten der Sanierung herausrechnet – schwarze Zahlen her.