Der US-Autohersteller General Motors (GM) will sein Getriebewerk im französischen Straßburg zurückkaufen, das im Zuge der Insolvenz in die Abwicklungsgesellschaft Motors Liquidation Company ausgelagert worden war.

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Der Kaufprozess soll in den kommenden Monaten abgeschlossen werden, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Ein Sprecher wollte sich zu den finanziellen Details nicht äußern.

Die Transaktion möglich machte eine Einigung auf ein Sparpaket mit den französischen Gewerkschaften Ende Juli. Unter anderem durch ein neues Arbeitszeitmodell und den Verzicht auf Lohnerhöhungen sollen die Arbeitskosten um ein Zehntel sinken.

Das Getriebewerk im Straßburger Rheinhafen war das einzige europäische, das nach der nur 40 Tage dauernden Chapter-11-Insolvenz von GM im November 2008 in die Motors Liquidation Company ausgelagert worden war. In der Gesellschaft wurden im Zuge der Insolvenz unter anderen alte Werke und Maschinen sowie Verbindlichkeiten gebündelt, die früher oder später abgewickelt werden sollten.

In dem 1967 gegründeten französischen Werk, an das auch eine Entwicklungsabteilung angeschlossen ist, werden Sechs-Gang-Automatikgetriebe produziert. Zum Kundenkreis zählen GM in den Vereinigten Staaten und Tochterunternehmen des Detroiter Konzerns in China sowie Australien aber auch andere Autobauer. Nach Unternehmensangaben soll mit dem Erwerb des Standorts mit seinen rund 1.100 Mitarbeitern die Kompetenz im Bereich von Antriebssträngen gestärkt werden.