Holden ist GMs Automarke in Australien. Das Aus für die Holden-Produktion könnte auch einen

Holden ist GMs Automarke in Australien. Das Aus für die Holden-Produktion könnte auch einen Rückzug des mit Toyota letzten verbleibenden Autoherstellers in Australien einläuten, warnen die Fachleute (Bild: GM).

von Jeff Bennett und Rob Taylor, Dow Jones

(ks). Für Australiens konservative Regierung bedeutet das einen Schlag ins Gesicht: Die Wirtschaft auf dem fünften Kontinent strauchelt sowieso schon, nachdem der Rohstoffboom in der Minenbranche zum Erliegen kam. Zugleich macht General Motors auch Ernst mit Plänen für eine massive Produktionskürzung in Südkorea. Dort soll die Fertigung laut Insidern bis 2016 um etwa 20% verringert werden. Einen Teil der südkoreanischen Produktion will General Motors nutzen, um den australischen Markt zu bedienen, so die informierten Personen weiter.

“Die Entscheidung für den Produktionsstopp in Australien spiegelt den Gegenwind wider, den die Autobranche in dem Land zu spüren bekommt. Dazu gehören der anhaltend starke australische Dollar, hohe Fertigungskosten, ein kleiner Binnenmarkt und wohl der wettbewerbsintensivste sowie fragmentierteste Fahrzeugmarkt der Welt”, erklärte der scheidende GM-Chef Dan Akerson. Gewerkschaften und Lobbyisten der Autobranche schlugen schon vor der jetzigen Entscheidung Alarm. Sie warnten vor einem volkswirtschaftlichen Schaden von 21 Mrd Australischen Dollar oder umgerechnet knapp 14 Mrd Euro, sollte die Autoproduktion “down under” völlig auslaufen. Bis zu 45.000 Jobs wären direkt und bei Zulieferern im Ernstfall gefährdet.

Das Aus für die GM-Produktion könnte auch einen Rückzug des mit Toyota letzten verbleibenden Autoherstellers in Australien einläuten, warnen die Fachleute. GM will auf schwachen Auslandsmärkten aufräumen. In Südkorea belasten relativ hohe Löhne und ständige Arbeitskämpfe. Das maue Auslandsgeschäft hatte die Gewinne im vergangenen Jahr nachhaltig gedrückt. In der vergangenen Woche machte GM bereits einen Riesenschritt, um die größten Schwächen in seinem internationalen Geschäft auszumerzen. Künftig will sich GM in Europa auf seine deutsche Marke Opel und die britische Vauxhall konzentrieren. Der Chevrolet-Vertrieb soll dort weitgehend auslaufen.