Bosch-Chef Volkmar Denner ist überzeugt, das junge Unternehmen, wie Google und Tesla, das Geschäft

Bosch-Chef Volkmar Denner ist überzeugt, das junge Unternehmen, wie Google und Tesla, das Geschäft von Automobilzulieferern stützen werden. - Bild: Bosch

Bosch-Chef Volkmar Denner ist überzeugt, das junge Unternehmen, wie Google und Tesla, das Geschäft von Automobilzulieferern stützen werden.

Googles Bemühungen um ein autonom fahrendes Auto etwa hätten die Einführung neuer Assistenzsysteme bei etablierten Herstellern beschleunigt, sagte Denner am Rande des CAR-Symposiums der Universität Duisburg-Essen in Bochum. Unternehmen wie der Internetkonzern Google und der Elektroauto-Hersteller Tesla trügen zu einer Belebung in der Branche bei. “Das hilft den Zulieferern”, sagte der Chef des weltgrößten Automobilzulieferers Bosch am Mittwoch.

Bosch selbst ist nach Darstellung von Denner auf verschiedene Möglichkeiten für die Entwicklung des Autofahrens eingestellt. Der Technologiekonzern liefere etwa auch an Google Teile und decke damit den von dem Suchmaschinenkonzern bei der Entwicklung autonom fahrender Autos verfolgten “disruptiven Ansatz” ab. Etablierte Autohersteller planen eher mit einer stetigen Weiterentwicklung elektronischer Assistenzsysteme hin zu einem automatischen Auto. Sie beliefert Bosch schon heute etwa mit Systemen, die Fahrzeuge in Autobahnstaus weitgehend selbständig steuern.

Denner sieht Bosch dabei kaum durch die in Europa im Vergleich zu einigen US-Staaten strikteren Straßenverkehrsregeln gebremst. Zwar forderte der Bosch-Geschäftsführer, die Gesetzgebung mit dem technischen Fortschritt zu synchronisieren. Künftig müsse es Fahrern etwa möglich sein, bei der Nutzung bestimmter Assistenzsysteme die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Er könne sich aber letztlich “nicht vorstellen”, dass Politiker die Entwicklung selbst fahrender Autos in Europa blockierten, sagte er. Im Übrigen sei Bosch schon heute in der Lage, autonome Autos “auf der A81 genauso wie in Palo Alto” zu testen.

Denner gab allerdings Nachholbedarf bei der Entwicklung bestimmter Software zu. Bosch sei zwar “Weltspitze”, wenn es um die Entwicklung von Programmen für eingebettete Systeme gehe. Solche Software braucht es etwa für den Betrieb von Steuergeräten in Autos. Bei sogenannter “IT-Software” allerdings sehe die Situation anders aus. Bosch reagiere darauf. Der Konzern habe etwa Software-Unternehmen zugekauft.

Schon am Morgen hatte in Bochum Ford-Chef Mark Fields die Verantwortlichen der Autoindustrie vor neuen Konkurrenten gewarnt. Es gebe Unternehmen außerhalb der Branche, “die auf unsere Industrie blicken”, sagte Fields. Es gelte deshalb für Ford und die Zulieferer des Unternehmens, “nichts als gegeben” hinzunehmen. “Denken Sie an Innovationen”, forderte der Ford-Chef von den Lieferanten.

Es gebe Beobachter, die mit einer Niederlage der Autohersteller gegen Technologieunternehmen rechneten, sagte Fields weiter. Die jüngsten Entwicklungen in der Automobilbranche bezeichnete der Manager gleichwohl als “ultimative Gelegenheit” für Ford. Die Chance wollen die Ford-Verantwortlichen auch in Zusammenarbeit mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen nutzen: Fields kündigte an, Ford-Entwickler würden künftig gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität neue Mobilitätslösungen und selbst fahrende Autos erforschen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke