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Google verhandelt offenbar über einen Verkauf des Satellitengeschäftes an den Wettbewerber Planet Labs.

Ein Verkauf der Satellitenbildsparte Terra Bella markierte einen raschen Ausstieg für Google. Die Kalifornier hatten das damals als Skybox Imaging firmierende Unternehmen erst 2014 für 500 Millionen US-Dollar übernommen. Vor kurzem hat sich Google allerdings von einigen kühneren Geschäftsfeldern getrennt.

Die Verhandlungen über die Transaktion, über die die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag zuerst berichtet hatte, konzentrieren sich laut den Informanten auf einen möglichen Deal in bar und Aktien. Die 2011 gegründete Plante Labs Inc wolle Gelder einsammeln, um einen Teil des Zukaufs und das laufende Geschäft zu finanzieren, sagte eine der Personen.

Satellitenflotte ist teuer

Terra Bella hat sieben relativ kleine Satelliten mit einem Gewicht von jeweils knapp 100 Kilogramm gestartet, um Luftbilder von der Erde zu schießen. Das Unternehmen nutzt diese Bilder, um Daten zu sammeln, die es dann verkaufen kann: Etwa der Verkehr an einem Frachthafen oder die Größe der Lagerbestände einer Kupfermine. Die Bilder halfen außerdem dem Kartendienst von Google, wie Tim Farrar, Leiter des Branchenberater und Marktforschers TMF Associates, sagte.

Aber der Bau, Start und Betrieb einer Satellitenflotte ist teuer und Google sei zu dem Schluss gekommen, dass das Unternehmen Geld sparen könne, wenn es ähnliche Bilder von Dritten kauft, sagte einer der Informanten.

Der Kauf solcher Satellitenbilder dürfte Google zwischen 10 und 50 Millionen Dollar pro Jahr kosten, schätzt Farrar. "Sie müssen keine Satelliten besitzen", meinte er.

Die Trennung des ausgedehnten Alphabet-Imperiums von einer anscheinend überflüssigen Sparte passt in die Ära der Finanzdisziplin bei dem Technologieriesen, die vor fast zwei Jahren mit dem Antritt von Finanzchefin Ruth Porat begonnen hatte. Alphabet hatte zuletzt auch die Anstrengungen bei Hochgeschwindigkeitsinternet, Robotics und modularen Smartphones zurückgeschraubt.

Die in San Francisco ansässige Planet hat dutzende Satelliten mit einem Gewicht von unter 5 Kilogramm im Orbit. Das versetzt das Startup zwar in die Lage, einerseits häufiger Bilder von der Erdoberfläche zu schießen, andererseits fällt die Auslösung der Bilder gering aus. Die größeren Satelliten schießen Bilder mit einer höheren Auflösung, bei nur sieben Satelliten ist allerdings die Häufigkeit begrenzt.

Ehemalige Planet-Mitarbeiter hatten berichtet, das Unternehmen habe Schwierigkeiten, Kunden zu finden.