Kohlekraftwerk und Windrad

Noch existieren sie nebeneinander: Kohlekraftwerke und Windräder. - Bild: Pixabay

Die Bundesregierung müsse dem Industrieverband BDI "unmissverständlich klar machen, dass keine neuen Subventionstürchen aufgemacht werden". Sonst könne der Ausstieg aus der Kohle-Stromgewinnung als Vorwand genutzt werden, um öffentliche Gelder für die stromintensiven Industrien "abzugreifen".

Rabatte gibt es für die deutsche Industrie im Energiebereich bereits an anderer Stelle: Stromintensive Betriebe sind von einem Teil der Netzentgelte befreit, weshalb die anderen Verbraucher einen entsprechend höheren Kostenanteil tragen müssen. Eingeführt wurde die Befreiung 2011 nach dem Atomausstieg, weil mit steigenden Strompreisen gerechnet wurde.

"Dort wurde auch das Märchen erzählt, dass die Strompreise für die Industrie steigen", kritisierte Krischer rückblickend. "Das Gegenteil ist aber eingetreten, trotzdem zahlen Firmen heute noch immer rund eine Milliarde Euro weniger an Netzentgelten." Deutschland sei schon jetzt ein "Strompreis-Eldorado" für die stromintensive Industrie durch die weitgehende Befreiung von Netzentgelten und von der Ökostrom-Umlage.

"Statt neuer Industrieprivilegien braucht es jetzt Geld für den Strukturwandel sowie konkrete Zusagen der Bundesregierung zur Ansiedlung von Bundeseinrichtungen in den vom Kohleausstieg betroffenen Regionen", forderte Krischer.

Derzeit berät eine Kommission über den deutschen Kohleausstieg, in der Industrie, Gewerkschaften, Energiebranche und Klimaschützer an einem Tisch sitzen. Sie soll Ende Januar oder Anfang Februar einen Abschlussbericht vorlegen.

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