Sowohl das Geschäft mit der Autoindustrie als auch die Industrietechniksparte legten im vergangenen

Sowohl das Geschäft mit der Autoindustrie als auch die Industrietechniksparte legten im vergangenen Jahr um rund 30% zu (Bild: Bosch).

In den Monaten von Januar bis März stiegen die Einnahmen um insgesamt rund 15%, wozu sämtliche Geschäftbereiche beitrugen.


STUTTGART (DJ/gk). Der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch ist nach einem schwungvollen Jahresstart trotz einiger Unwägbarkeiten optimistisch für 2011. “Die Folgen der Katastrophe in Japan sind bis heute nicht konkret abschätzbar. Doch wir bleiben zuversichtlich, 2011 beim Umsatz erstmals die Marke von 50 Mrd EUR zu übertreffen”, sagte Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung des Stiftungskonzerns, am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz.

Die Vorsteuerrendite sieht der Technologiekonzern, der vorrangig Zulieferprodukte für die Automobilindustrie herstellt, in diesem Jahr bei 7% bis 8%. Das erste Quartal stimme mit Blick auf die Ziele optimistisch, sagte Fehrenbach. In den Monaten von Januar bis März stiegen die Einnahmen um insgesamt rund 15%, wozu sämtliche Geschäftbereiche beitrugen. Bosch liefert auch Industrie- und Gebäudetechnik, sowie Gebrauchsgüter und Dienstleistungen.

“Damit haben wir uns eine gute Ausgangsposition (…) geschaffen”, sagte Finanzvorstand Stefan Asenkerschbaumer. “Die jüngsten Ereignisse in Japan überschatten allerdings diese positiven Aussichten.” Aktuell arbeiteten mehrere Logistikteams intensiv daran, die Logistikkette sicherzustellen, sagte er.

Im vergangenen Jahr hatten sich die Geschäfte der Robert Bosch GmbH deutlich stärker entwickelt als erwartet. Vor allem dank der starken Nachfrage aus den zunehmend wichtiger werdenden Schwellenländern stellten die Stuttgarter nicht nur einen neuen Umsatzrekord auf, sondern erreichten ihr Renditeziel deutlich schneller wieder als geplant.

Sowohl das Geschäft mit der Autoindustrie als auch die Industrietechniksparte legten im vergangenen Jahr um rund 30% zu, der von der Wirtschaftskrise relativ verschont gebliebene Geschäftsbereich Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik immerhin um etwa ein Zehntel.

Insgesamt erlöste Bosch 2010 rund 47,3 Mrd Euro- fast ein Viertel mehr als im krisengeprägten Vorjahr und so viel wie nie zuvor. Dabei profitierte Bosch auch von der Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar, einigen asiatischen Währungen und dem britischen Pfund, die mehr als ein Fünftel des Umsatzanstiegs bedingte. Vor Steuern verdiente das Unternehmen 3,5 Mrd Euro, der Renditezielkorridor von 7% bis 8% der Einnahmen wurde mit 7,4% schneller wieder erreicht als erwartet. Unter dem Strich blieben knapp 2,4 Mrd Euro.

2009 hatte der Technologiekonzern noch schwer unter der Wirtschaftsflaute gelitten. Zunächst bereitete vor allem das Geschäft mit der Automobilindustrie Sorgen. Als sich die wichtigste Abnehmerbranche im Jahresverlauf etwas erholte, hinterließen wegbrechende Aufträge aus dem spätzyklischen Maschinen- und Anlagenbau tiefe Spuren in der Bilanz.

Insgesamt schrumpften die Einahmen seinerzeit auf rund 38 Mrd Euro, und es fiel der erste Verlust in der Nachkriegsgeschichte an: Sowohl vor als auch nach Steuern lag das Minus bei etwa 1,2 Mrd Euro.

Die Wirtschaftskrise ist nun zwar abgehakt. Trotz der positiven Aussichten warnte Fehrenbach allerdings vor überschwänglicher Euphorie: “Derzeit erwarten wir, dass die Folgen der Katastrophe in Japan das Wachstum der Weltwirtschaft nur vorübergehend belasten. Allerdings sind die Produktionsverflechtungen in der Automobilindustrie hoch – auch bei Bosch.”

Auf Gesamtjahressicht dürfte das weltweite Wachstum wegen der Folgen des verheerenden Erdbebens nach Einschätzung von Fehrenbach mit 3,5% um einen viertel Prozentpunkt niedriger ausfallen als bisher erwartet. Die Automobilproduktion dürfte um 7% zulegen – und damit stärker als durchschnittlich vor der Krise.

Weitere Unsicherheiten für die Konjunktur gehen nach Einschätzung von Fehrenbach von den steigenden Rohstoffpreisen und Wechselkurseffekten aus. Mit Blick auf die steigenden Materialkosten und die begrenzten Umwälzungsmöglichkeiten sagte Finanzchef Asenkerschbaumer: “Wir müssen also weiterhin hart daran arbeiten, Belastungen aus möglichen Rohstoffpreiserhöhungen vor allem intern zu kompensieren. Dazu gehört auch, die Kostenstrukturen generell weiter anzupassen”. Details hierzu nannte er zunächst nicht.