(v.l.n.r.) Thomas Kaysser, Geschäftsführung H.P. Kaysser GmbH, Lothar Weber, Betriebsleitung H.P.

(v.l.n.r.) Thomas Kaysser, Geschäftsführung H.P. Kaysser GmbH, Lothar Weber, Betriebsleitung H.P. Kaysser GmbH, Johannes Fuchs, Landrat Rems-Murr-Kreis. Bild: Kaysser

NELLMERSBACH (buc). H.P. Kaysser überzeugte die Jury mit dem weltweit ersten komplexen Festkörperlaser-Netzwerk, das enorme Effizienzen hinsichtlich Produktivität und Energieverbrauch ermöglicht. Das Laserschneiden wird seit mehr als 25 Jahren praktiziert, das Laserschweißen seit 1996. Momentan sind bei H.P. Kaysser über 30 Laseranlagen im Einsatz, heißt es. Besondere Herausforderung der Lasertechnologie bestehen im hohen Energiebedarf und in der aufwendigen Kühltechnik.

Außerdem arbeitet bisher jede CO2-Lasermaschine mit einem eigenen Lasergenerator, der bedingt durch Rüst- und Wartungsarbeiten an der Maschine nur zu knapp 50% ausgelastet ist. Hier setzt die jetzt ausgezeichnete Innovation an: Über ein komplexes, bisher laut Angaben weltweit einzigartiges Netzwerk werden zwei Lasergeneratoren mit vier Bearbeitungsmaschinen kombiniert. Dabei kann jeder Generator je nach Bedarf jeden Laser versorgen, so das Unternehmen.

Insgesamt sind so eine Kombimaschine für Laserstanzen und –schneiden, ein Laserschneider und zwei Laserschweißmaschinen in das Netzwerk eingebunden. Die dadurch realisierten Effizienzen seien enorm: So verringern sich die Energieanschlussleistungen für die 4 Maschinen von bisher 440 auf nurmehr 187 Kilowatt, heißt es. Der Wirkungsgrad der Energieeffizienz steigt von weniger als 10% auf über 60%, die Kühlleistung verringert von 176 auf 36 Kilowatt. Insgesamt reduziert sich der Energiebedarf um sagenhafte 70%.

Diese Energieeinsparung führt gemeinsam mit dem geringeren Wartungs- und Instandhaltungsaufwand sowie dem reduzierten Platzbedarf zu einer Produktivitätssteigerung von 25%, die sich in entsprechend geringeren Stückkosten für die Laserteile niederschlägt. Zudem profitieren die Kunden von einer erweiterten Materialvielfalt, da über das Festkörperlaser-Netzwerk auch das prozesssichere Schneiden von Kupfer- und Messingblechen möglich ist, sagt Kaysser.

Nachhaltiges, umweltschonendes Produzieren ist seit langem fester Bestandteil der Philosophie von H.P. Kaysser. So wird ein Großteil der für das Laserschneiden benötigten Energie mit einer eigenen Solaranlage selbst erzeugt. Mit der jetzt prämierten Netzwerklösung leistet das Unternehmen einen weiteren wichtigen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit Energieressourcen.

Würden beispielsweise alle im Rems-Murr-Kreis eingesetzten CO2-Laser mit der von H.P. Kaysser entwickelten Netzwerktechnologie betrieben, könnten pro Jahr knapp vier Millionen Kilowatt Stromverbrauch eingespart werden – das entspricht der Jahresleistung von etwa 325 durchschnittlichen Solaranlagen mit jeweils 15 Kilowatt Leistung. Die Auszeichnung ist für Geschäftsführer Thomas Kaysser deshalb Bestätigung und Ansporn zugleich, auch weiterhin innovative Lösungen zu entwickeln und voranzutreiben.