Hanjin Reederei Insolvenz

Nach einer Finanzspritze des Chairman der Muttergesellschaft sollen die Schiffe der Hanjin-Reederei wieder fahren. - Bild: Hanjin

Hanjin-Group-Chairman Cho Yang-ho habe 40 Milliarden südkoreanische Won - umgerechnet rund 32 Millionen Euro - an die zahlungsunfähige Hanjin Shipping überwiesen, damit die Reederei für die Hafennutzung und Löschung beladener Schiffe bezahlen könne, sagte eine Sprecherin der Containerreederei in Seoul.

Diese Zahlung ist Teil der von der Muttergesellschaft bereits zugesagten Finanzhilfen über 100 Milliarden Won. Wie die Unternehmenssprecherin hinzufügte, hat auch Chos Vorgänger, Choi Eun-young, 10 Milliarden Won in Aussicht gestellt.

Hanjin, eine der größten Reedereien der Welt, hatte sowohl in Südkorea als auch in den USA Gläubigerschutz beantragt, und arbeitet seither daran, die zusammengebrochene Lieferkette wieder in Gang zu setzen. Mittlerweile sind Güter im Wert von schätzungsweise 14 Milliarden US-Dollar auf offener See gestrandet.

Nach Aussage der Sprecherin hat Hanjin noch insgesamt 93 Frachter auf offener See. Häfen verweigern den Schiffen vielfach den Zugang aus Angst, nicht bezahlt zu werden. Zudem wurden einige angelandete Schiffe bereits von Gläubigern beschlagnahmt.

Hanjin Shipping muss dem zuständigen Gericht in Seoul bis zum 25. November einen Sanierungsplan vorlegen. Auf dessen Grundlage soll dann entschieden werden, ob das Unternehmen sein Geschäft fortführen darf. Mit Blick auf die Haltung der Regierung scheint es dabei aber vor allem darum zu gehen, Hanjin mehr Zeit für eine geordnete Abwicklung einzuräumen. Der kleinere Konkurrent Hyundai Merchant könnte dabei einige gesunde Aktiva von Hanjin übernehmen.