Im Rechtsstreit mit mehreren Hedgefonds hat das Oberlandesgericht Stuttgart der Porsche SE Hoffnung

Im Rechtsstreit mit mehreren Hedgefonds hat das Oberlandesgericht Stuttgart der Porsche SE Hoffnung auf einen Ausgang zu ihren Gunsten gemacht. - Bild: Porsche

In einer der milliardenschweren Rechtsstreitigkeiten gegen die Porsche SE im Zuge der verpatzten VW-Übernahme drohen die klagenden Hedgefonds auch vor dem OLG Stuttgart mit ihrer Argumentation zu scheitern.

Das Urteil soll am 26. März verkündet werden.

Die 19 klagenden Hedgefonds, darunter Glenhill Capital, fordern in einem Zivilverfahren am OLG Stuttgart einen Schadensersatz von knapp 1,2 Milliarden Euro. Sie fühlen sich von Porsche getäuscht, da das Unternehmen seine Absicht, VW übernehmen zu wollen, zu spät angekündigt habe. Ihre Klage war vor rund einem Jahr bereits vom Landgericht Stuttgart abgewiesen worden.

Doch auch der Senat des Oberlandesgerichts ließ am Donnerstag während der zweieinhalb Stunden währenden mündlichen Verhandlung Zweifel an der Argumentation der Kläger durchblicken, wie ein Sprecher des Gerichts sagte.

So sei beispielsweise die Frage der vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung durch die Porsche SE lange diskutiert worden. So dürfe das Unternehmen in seinen Mitteilungen sicher nicht lügen, die Porsche SE habe jedoch in ihren Adhoc-Meldungen korrekt gehandelt. Auch die Pressemitteilungen seien nicht so formuliert gewesen, dass diese als verwerflich angesehen werden könnten.

Ebenfalls lange sei über die Frage der Kausalität argumentiert worden. Das Gericht stellte in Frage, ob das Dementi von Porsche aus dem März 2008 für alle getätigten Geschäfte der Hedgefonds im folgenden Zeitraum bis Oktober jeweils ursächlich gewesen sei.

Senat neigt zur Abweisung der Klage

“In einer vorläufigen Bewertung hat der Senat gesagt, er neige dazu, die Klage abzuweisen”, sagte der Sprecher des Gerichts weiter. Klarheit wird das Urteil bringen: Das Gericht für den 26. März einen Verkündungstermin anberaumt.

Zurück gehen die diversen, teils milliardenschweren Klagen gegen die Porsche SE auf die geplante VW-Übernahme im Jahr 2008. Im März des Jahres hatte Porsche in einer Pressemitteilung bestritten, den VW-Anteil auf 75 Prozent aufstocken zu wollen. Wenige Monate später, im Oktober 2008, kündigte Porsche in einer Pressemitteilung aber doch an, den eigenen Anteil auf diese Höhe ausbauen zu wollen, um damit den Weg für einen Beherrschungsvertrag frei zu machen.

Daraufhin war es zu einer wahren Rallye der VW-Aktie gekommen, sie stieg von unter 250 Euro zeitweise auf mehr als 1.000 Euro, da die Hedgefonds zuvor auf fallende Kurse gesetzt und VW-Aktien leer verkauft hatten. Später mussten sie die Papiere dann teuer einkaufen, um ihre Leerpositionen zu decken. Die Fonds fühlten sich von Porsche hintergangen und klagten.

Die Porsche SE hält die Klage weiter für unbegründet, wie ein Sprecher des Unternehmens sagte.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke