Heidelberger Druck spürt die Unsicherheiten auf den Finanzmärkten und die geringe

Heidelberger Druck spürt die Unsicherheiten auf den Finanzmärkten und die geringe Investitionsbereitschaft seiner Kunden (Bild: Heidelberger Druck).

HEIDELBERG (Dow Jones/ks)–Zudem sollen Kosten und Kapazitäten weiter herunter gefahren werden. Details dazu will der Konzern nach Abschluss der Prüfung nennen. Damit will Heidelberger Druck ihr mittelfristiges operatives Ergebnisziel von 150 Mio Euro erreichen. Der Plan, den Umsatz innerhalb der nächsten zwei Geschäftsjahre auf mehr als 3 Mrd Euro zu steigern, verschob das Unternehmen dagegen nach hinten.

Heidelberger Druck hatte Ende Oktober bereits ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2011/12 zurückgenommen und dies mit den schlechter werdenden konjunkturellen Aussichten und einem zunehmend vorsichtigen Investitionsverhalten der Branche erklärt. Kurzfristig sollen Einsparungen im Sachkosten- sowie im Personalbereich die Profitabilität steigern. Geplant ist die Weiterführung der Kurzarbeit.

So will der Konzern ein im Vergleich zum Vorjahr spürbar verbessertes Ergebnis vor Sondereinflüssen erzielen. Ein ausgeglichenes Vorsteuerergebnis wird Heidelberger Druck jedoch, wie bereits bekannt, voraussichtlich nicht erreichen.

Die konjunktursensible Druckmaschinenbranche hat seit einigen Jahren zusätzlich mit einem Strukturwandel zu kämpfen. Das Internet gewinnt für den Werbung und Medienlandschaft zunehmend an Bedeutung, was im klassischen Bogen- und Rollendruckmaschinengeschäft für Einbußen sorgt. Heidelberger Druck will daher die Geschäftsfelder Dienstleistungen und Verbrauchsmaterial, Verpackungsdruck und Auftragsfertigung ausbauen, um den Konzern mittelfristig unabhängiger von konjunkturellen Schwankungen zu machen.

Im ersten Halbjahr stagnierte der Umsatz bei knapp 1,2 Mrd Euro. Der operative Verlust wurde vor Sondereinflüssen auf 21 Mio Euro im Vergleich zum Vorjahr halbiert. Der Verlust resultierte dabei allein aus dem ersten Quartal, im zweiten Quartal schrieb Heidelberger Druck mit 5 Mio Euro schwarze Zahlen. Sinkende Kosten und steigende Effizienz waren der Grund dafür. Unter dem Strich sank der Jahresfehlbetrag per Ende September auf 66 (Vorjahr: 88) Mio Euro. Vorläufige Zahlen hatte der Druckmaschinenhersteller bereits Ende Oktober genannt.