Heidelberger Druck startete schwach ins neue Geschäftsjahr (Bild: Heidelberger Druck).

Heidelberger Druck startete schwach ins neue Geschäftsjahr (Bild: Heidelberger Druck).

HEIDELBERG (Dow Jones/ks)–Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat im ersten Quartal etwas weniger umgesetzt als vom Unternehmen selbst erwartet. Es seien Einnahmen von rund 544 Mio Euro erzielt worden nach 563 Mio Euro im Vorjahr, teilte die im MDAX notierte Gesellschaft am Donnerstag auf Basis vorläufiger Berechnungen mit. Bereinigt um Währungseffekte habe der Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres gelegen.

Heidelberger Druck begründete die schwache Entwicklung unter anderem mit Umsatzverschiebungen auf die nachfolgenden Quartale in Folge der Erdbebenkatastrophe in Japan sowie mit Verzögerungen aus der ausgeweiteten Liquiditätsverknappung im chinesischen Bankensystem. Wie konkret der Konzern diese Faktoren zu spüren bekommen hat, ließ er offen. Wegen der weiterhin hohen Nachfrage und des anhaltend hohen Wirtschaftswachstums in China sollen die Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung von Heidelberg aber nur temporär sein, erwartet das Unternehmen, das weitere Einzelheiten und Erläuterungen zum Quartal am 9. August nennen will.

Im Rahmen der eigenen Erwartung lag hingegen in den ersten drei Monaten der Auftragseingang. Er stellte sich auf 665 Mio Euro bzw währungsbereinigt 690 Mio Euro. Im Vorjahr waren es 786 Mio Euro; im Vorquartal 637 Mio Euro. Der höhere Auftragseingang im Vorjahresquartal resultiere vor allem aus zusätzlichen Bestellungen auf der Branchenmesse IPEX. Der Auftragsbestand wuchs auf 718 Mio Euro.

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Sondereinflüssen dürfte sich im ersten Quartal dank des konsequenten Kostenmanagements weiter verbessert haben, bekräftigte der Konzern seine bisherige Erwartung. Gleichfalls bestätigt wurde am Donnerstag die mittelfristige Prognose. Trotz der weiterhin hohen globalen Konjunktur- und Marktrisiken und der Verschärfung der Schuldenkrise einiger europäischer Länder sowie der hohen Staatsverschuldung der USA strebe Heidelberg 2011/12 auf Basis eines höheren operativen Ergebnisses und dank des geringeren Finanzierungsaufwands weiterhin ein ausgeglichenes Vorsteuerergebnis an. Voraussetzung sei eine stabile Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Branche.

Mittelfristig, das heißt für Heidelberg in den kommenden zwei bis drei Jahren, sollen mehr als 3 Mrd Euro umgesetzt werden. Diesem Ziel werde sich der Konzern im laufenden und im nächsten Geschäftsjahr schrittweise nähern. Dabei werde der Zuwachs im kommenden Jahr wegen der drupa 2012 und der weiteren Erholung der Printmedien-Industrie größer als im laufenden Geschäftsjahr ausfallen.