Die Aktionäre der Heidelberger Druckmaschinen AG müssen angesichts der anhaltenden Verluste erneut auf eine Dividende verzichten.

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Für das im März zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2009/10 werde es keine Ausschüttung geben, teilte der MDAX-Konzern am Dienstag mit. Bereits im Vorjahr war die Dividende gestrichen worden.

Als Grund für den neuerlichen Dividendenausfall führte das Unternehmen den hohen Verlust und das scharfe Sparprogramm an. Aufgrund der schwachen Nachfrage aus der Printmedien-Industrie und der hohen Finanzierungskosten verlor Heidelberger Druck 2009/10 nach Angaben vom Dienstag unter dem Strich 229 Mio Euro, nachdem im Vorjahr ein Fehlbetrag von 249 Mio Euro zu Buche stand.

Die restlichen Zahlen, die das Unternehmen bereits Ende April veröffentlicht hatte, wurden bestätigt: Der Auftragseingang sank im Zeitraum von April 2009 bis März 2010 auf 2,37 (2,91) Mrd Euro, wodurch die Einnahmen auf rund 2,31 (3,00) Mrd Euro einbrachen. Vor Zinsen und Steuern und bereinigt um Restrukturierungskosten fiel ein Verlust von 130 (49 Mio Euro) an.

Der Druckmaschinenbau steckt in der wohl heftigsten Krise seiner Geschichte. Im vergangen Jahr brachen die Neuaufträge aufgrund der schwierigen Situation des Werbemarktes und der Verlage um nahezu die Hälfte ein. Heidelberger Druck war nur durch Staatshilfen vor der Insolvenz gerettet worden.

Das Unternehmen gehe davon aus, dass sich die Branchenkonjunktur der Printmedien-Industrie in den kommenden Monaten weiter stabilisieren werde, hieß es am Dienstag. Bereits Ende Mai hatte Finanzvorstand Dirk Kaliebe in einem Interview mit Dow Jones Newswires erklärt, dass das Schlimmste dank einer merklichen Nachfragebelebung wohl überstanden sei.

Heidelberger Druck erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2010/11 einen moderates Umsatzwachstum und auch für das Folgejahr 2011/12 werde mit einem weiter steigenden Umsatz gerechnet, so dass die erzielten Deckungsbeiträge spürbar zunehmen werden. Davon sowie von den bisher erreichten Einsparungen werde auch das operative Ergebnis profitieren. Heidelberger Druck wolle 2010/11 ein operativ ausgeglichenes Ergebnis erreichen, bekräftigte der weltgrößte Hersteller von Bogendruckmaschinen die Prognose.

Angesichts der anhaltend hohen Finanzierungskosten werde das Finanzergebnis jedoch weiter stark belastet, so dass das Unternehmen daher nochmals einen deutlichen Jahresfehlbetrag erwartet.

Zur Verbesserung der Finanzierungsstruktur hatte Heidelberger Druck am frühen Dienstagmorgen eine Kapitalerhöhung angekündigt. Diese soll noch in diesem Jahr durchgeführt werden und einen Bruttoemissionserlös von 420 Mio Euro einbringen.

Mittelfristig erwartet das Unternehmen wieder Umsätze von über 3 Mrd Euro pro Jahr. Die EBIT-Marge soll dann auf über 5% steigen und die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) bei rund 15% liegen.