Dietmar Hermle, Sprecher des Vorstands der Hermle AG

Dietmar Hermle, Sprecher des Vorstands der Hermle AG

GOSHEIM (sm/ks). Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG hat im ersten Halbjahr 2011 ihren Auftragseingang gegenüber der schwachen Vergleichsperiode 2010 konzernweit auf 172,2 Mio Euro mehr als verdoppelt (Vorjahr 82,7). In Deutschland lag der Zuwachs bei gut 84% auf 77,5 Mi. Euro (Vj. 42,1), aus dem Ausland gingen mit 94,7 Mio Euro sogar rund 133 % mehr neue Bestellungen ein (Vj. 40,6). Besonders gefragt waren die 2010 im Markt eingeführten Hermle-Maschinenneuheiten, so das Unternehmen.

Der Orderbestand belief sich per 30. Juni 2011 auf 91,4 Mio Euro. Seit dem Jahreswechsel hat sich das Auftragspolster damit knapp verdreifacht (31.12.2010: 33,3) und reicht inzwischen bereits in das Folgejahr hinein.

Durch die hohe Nachfrage waren die Kapazitäten von Hermle wieder stark ausgelastet. Der Konzernumsatz stieg in den ersten sechs Monaten 2011 um 75,5 % auf 114,1 Mio Euro (Vj. 65,0). Davon erzielte Hermle 56,4 Mio Euro im Inland, rund 91 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (Vj. 29,5). Der Auslandsumsatz erhöhte sich um 62,5 % auf 57,7 Mio Euro (Vj. 35,5). Das entspricht einer Exportquote von 50,6 % (Vj. 54,6 %).

Der Mehrumsatz und die steigende Kapazitätsauslastung führten zu einer erheblichen Ertragsverbesserung: Das Betriebsergebnis (EBIT, Ergebnis vor Zinsen und Steuern) des Hermle-Konzerns kletterte von Januar bis Juni 2011 auf 16,1 Mio Euro (Vj. 2,1), und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit legte von 2,3 Mio Euro auf 16,4 Mio Euro zu. Damit stieg die Bruttomarge vom Umsatz auf 14,4 % (Vj. 3,5 %). Nach Steuern wurde ein Periodenüberschuss von fast 11,7 Mio Euro ausgewiesen (Vj. 1,6).

Auch die Finanz- und Vermögenslage von Hermle wurde weiter gefestigt. Zum Stichtag 30. Juni 2011 verfügte das Unternehmen konzernweit über liquide Mittel in Höhe von 68,7 Mio Euro (31.12.2010: 48,4). Das Eigenkapital nahm um 9 % auf 144,1 Mio Euro zu (31.12.2010: 132,2). Daraus errechnet sich eine solide Eigenkapitalquote von 69,0 % (31.12.2010: 71,4 %).

Im Berichtszeitraum investierte der Hermle-Konzern 4,8 Mio Euro in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände, 45,5 % mehr als im ersten Halbjahr 2010  (Vj. 3,3). Der Investitionsschwerpunkt lag auf dem Bau eines neuen Lager- und Logistikzentrums am Firmensitz in Gosheim, durch das die Abläufe in Service und Versand weiter beschleunigt werden. Die Arbeiten verlaufen planmäßig, sodass der Neubau voraussichtlich fristgerecht im Herbst 2011 bezogen wird.

Zum Stichtag 30. Juni 2011 beschäftigte Hermle konzernweit 844 Mitarbeiter nach 808 Personen ein Jahr zuvor. Der Zuwachs resultierte in erster Linie aus der Übernahme von Auszubildenden mit erfolgreichem Abschluss sowie aus punktuellen Neueinstellungen, beispielsweise im Service. Auch die Zahl der Auszubildenden lag mit 87 jungen Menschen weiterhin sehr hoch (Vj. 92). Gemessen an der Belegschaft des Standorts Gosheim entspricht das einer Quote von 13,1 % (Vj. 13,5 %).

Für die zweite Jahreshälfte 2011 bleibt Hermle aufgrund der sehr guten Auftragssituation zuversichtlich. Im Gesamtjahr erwartet das Unternehmen weiterhin einen Umsatzzuwachs im soliden zweistelligen Prozentbereich und eine entsprechend deutliche Ergebnisverbesserung. Die extremen Ausschläge an den internationalen Finanzmärkten sowie die Schuldenkrisen in den USA und manchen Euro-Ländern beobachtet Hermle sehr genau, da Rückkopplungseffekte wie in der Finanzkrise 2008/2009 nicht auszuschließen sind. Bislang sind allerdings keine Auswirkungen auf das Geschäft von Hermle festzustellen, die weitere Entwicklung lässt sich aber nicht abschätzen. Durch seine flexiblen Strukturen ist das Unternehmen weiterhin gut auf rasche Nachfrageveränderungen eingestellt.