Heinrich Hiesinger

Allein auf Thyssenkrupp würde zwischen 2021 und 2030 eine Mehrbelastung von 1,9 Milliarden Euro bis 3 Milliarden Euro zukommen, sagte Hiesinger: "Das ist eine Dimension, die wir schlichtweg nicht stemmen können. Da helfen auch weitere Einsparungen oder Umstrukturierungen nicht mehr." - Bild: Thyssenkrupp

"Die aktuell kritische Lage erhöht ... den Druck auf alle Marktteilnehmer für solche Szenarien", sagte Hiesinger laut Redetext bei der Hauptversammlung am Freitag in Bochum.

Hintergrund von Hiesingers Äußerung ist die nach seinen Worten "besorgniserregende" Lage in der europäischen Stahlindustrie. Überkapazitäten und Billigimporte aus China bereiten den Unternehmen in Europa Probleme. Ein weiteres Risiko sieht Hiesinger in der Neuregelung des CO2-Handels. "Werden die bisherigen Pläne der EU zur Neuordnung des Emissionsrechtehandels wie vorgesehen umgesetzt, ist Stahl aus Europa international nicht mehr wettbewerbsfähig", sagte der Konzernchef.

Allein auf Thyssenkrupp würde zwischen 2021 und 2030 eine Mehrbelastung von 1,9 Milliarden Euro bis 3 Milliarden Euro zukommen, sagte Hiesinger: "Das ist eine Dimension, die wir schlichtweg nicht stemmen können. Da helfen auch weitere Einsparungen oder Umstrukturierungen nicht mehr."

Eine Konsolidierung wäre nach Hiesingers Worten unter diesen Rahmenbedingungen "ein möglicher Schritt nach vorn". Der Thyssenkrupp-Chef sagt schon seit Längerem, dass er mit Zusammenschlüssen europäischer Stahlhersteller rechne. Bisher hatte Hiesinger betont, dass sich Thyssenkrupp dann aus einer "Position der Stärke" daran beteiligen wolle.

Sein Konzern gehöre zu den "ganz wenigen Anbietern, die im aktuellen Umfeld noch profitabel sind", sagte Hiesinger am Freitag. Die europäische Stahlsparte von Thyssenkrupp hat im vergangenen Jahr ihr operatives Ergebnis mehr als verdoppelt. Grund dafür war vor allem ein hartes Sparprogramm.