Essen (ba). Der Drei-Monate-Durchschnittspreis werde sich zeitgleich angesichts wachsender Unterversorgung des Marktes erhöhen und wohl bei 2700 Dollar / t einpendeln, lautete eine weitere Einschätzung beim diesjährigen „Metallfrühstück“, einem Jahrestreffen von Experten im Haus der Trimet Aluminium AG in Essen.

Derzeit sei Aluminium am Markt im Vergleich mit anderen Werkstoffen deutlich unterbewertet. Die geplanten Kapazitätserweiterungen für die Produktion von Primär- und Sekundäraluminium würden den erwarteten Preisauftrieb nicht bremsen, waren sich die Teilnehmer einig. Träger des Aufschwungs seien die Automobilhersteller, die boomende Solarindustrie und eine stabilere Bauwirtschaft, hieß es.

Ein Fokus des „Metallfrühstücks“ lag auf der künftigen Marktentwicklunge im Mittleren Osten. Dort werden die Produzenten nach Ansicht der Fachleute bis 2015 intensiv in die Weiterverarbeitung einsteigen und die Wertschöpfungskette um Fertigprodukte aus Aluminium verlängern. So sollen etwa die Kapazitäten der Presswerke im Mittleren Osten, die heute bei 400 000 Jahrestonnen liegen, auf über 500 000 Jahrestonnen ausgebaut werden, die der Walzwerke von 400 000 Jahrestonnen auf 1 400 000. Parallel dazu wird die Produktion der Primärhütten bis 2015 um über 40 % auf etwa 5 Mio Jahrestonnen zunehmen. Der Anteil an der weltweiten Aluminiumproduktion steigt nach Meinung der Fachleute von 8 auf 12 %.

Nachdem die Aluminiumproduktion in China zuletzt stark rückläufig war, könne es nun bei steigender Nachfrage und geringen Lagerbeständen zu Defiziten in der Versorgung und weiteren Preissteigerungen kommen. Die Experten sagten für China für die Jahre 2011 bis 2015 eine Unterversorgung voraus. Dadurch werde China wahrscheinlich zum marktbestimmenden Nettoimporteur für Aluminium.