FRANKFURT (Dow Jones/FAZ/rm). Diese Summe nennt die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” (FAZ – Freitagausgabe) für die zu erwartende Zuschreibung auf die Scania-Beteiligung der Deutschen. Der Nutzfahrzeughersteller hatte eine mögliche Zuschreibung auf den Buchwert des Scania-Anteils Mitte November bereits angekündigt, die Höhe des Sonderertrags aber offen gelassen.

Die MAN SE, München, hält an dem skandinavischen Nutzfahrzeughersteller Scania 13,35% des Kapitals und 17,37% der Stimmrechte. Grund für den Sonderertrag sind die jüngsten Kursgewinne der Scania-Aktien. Die Beteiligung, die MAN in den Jahren 2006 und 2007 für insgesamt 1,4 Mrd EUR erworben hatte, zeigte zum Jahresultimo 2010 einen Wert von rund 1,8 Mrd EUR.

Ein MAN-Sprecher wollte zu dem FAZ-Bericht im Detail keine Stellung nehmen. Er sagte aber, gemäß den Internationalen Rechnungslegungsvorschriften sei MAN angehalten, unter anderem auch aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen bei der Bewertung der eigenen Beteiligungen zu berücksichtigen. Somit sei eine Wertaufholung der Scania-Beteiligung nicht ausgeschlossen.

Der Buchgewinn wird nicht liquiditätswirksam sein und gleicht die Wertminderung aus, die der Konzern für das Geschäftsjahr 2009 vorgenommen hatte. Das führte damals zu einer erheblichen Ergebnisbelastung. Der Wert wurde nämlich um 357 Mio EUR auf den per Ende 2008 ermittelten aktuellen Marktwert von 958 Mio EUR angepasst.

Obwohl der aktuelle Wert der Scania-Beteiligung eine höhere Zuschreibung rechtfertigen würde, ließen die Bilanzierungsregeln dies nicht zu, schreibt die FAZ. Demnach darf eine Anpassung der Werte maximal nur in der Höhe erfolgen, in der sie ein Jahr zuvor (Abschreibung) vorgenommen wurde. Daher sind mehr als die 357 Mio EUR nicht möglich. Somit ist nur ein Teil des tatsächlichen Wertzuwachses 2010 wieder aufgeholt. Auf aktuellem Kursstand schlummerten “stille Reserven” von mehr als 400 Mio EUR aus der Scania-Beteiligung.

Es bleibt laut FAZ offen, ob MAN tatsächlich einen so hohen Sonderertrag ausweisen wird. Denn auf der Minusseite drohe Ungemach im Zusammenhang mit der Beteiligung von 30% an dem von einer Korruptionsaffäre erschütterten Industriedienstleister Ferrostaal. Deren Wert steht laut Zeitungsbericht mit 139 Mio EUR in den Büchern.