ZF und Trimet haben das Nachsehen: Honsel geht den expandierenden Autozulieferer Martinrea (Bild:

ZF und Trimet haben das Nachsehen: Honsel geht den expandierenden Autozulieferer Martinrea (Bild: Honsel).

HAMBURG (ks). Der Gläubigerausschuss von Honsel habe der Übernahme am Mittwochabend zugestimmt, berichtet das “Handelsblatt”. Heute solle die Belegschaft an den vier Standorten informiert werden, hieß es. Für den Nachmittag werde zu einer Belegschaftsversammlung eingeladen, zuvor sollte die Führungsetage über die Entscheidung des Gläubigerausschusses informiert werden.

Beim Kaufpreis sei dem Insolvenzverwalter Frank Kebekus “nahezu eine Punktlandung gelungen”, berichtet das “Handelsblatt” unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Honsel machte mit 4.000 Mitarbeitern zuletzt einen Jahresumsatz von 540 Mio Euro. Das Unternehmen war durch Kreditbelastungen aus der Übernahme durch den Investor RHJ in finanzielle Schieflage geraten und hatte im Oktober vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet. Honsel soll inzwischen wieder profitabel sein und rund 600 Mio Euro Umsatz erwirtschaften.

Die Käufer garantieren dem Bericht zufolge den Bestand der Standorte und wollen alle Arbeitsplätze erhalten. Dem Vernehmen nach soll der Finanzinvestor Anchorage nun Minderheitsgesellschafter und kann in vier Jahren mittels Option aussteigen. Die industrielle Führung soll Martinrea übernehmen.

Nach Informationen der “Financial Times Deutschland” soll Martinrea mehr als 50% von Honsel bekommen und die operative Führung übernehmen. Die Düsseldorfer Trimet AG, die sich ebenfalls um die Übernahme von Honsel beworben hatte, bedauerte die Entscheidung. Man habe auf eine rein deutsche Industrielösung für das sauerländische Traditionsunternehmen gesetzt.

Das als ursprünglich als Favorit gehandelte Bieterduo aus dem Getriebebauer ZF aus Friedrichshafen und dem Automobilzulieferer Nemak aus Mexiko an Honsel interessiert. Sie wurden wegen der engen Zusammenarbeit als Favoriten für die Übernahme gehandelt.