Honsel gehört mehrheitlich zum Finanzinvestor RHJ und ist nun pleite.

Honsel gehört mehrheitlich zum Finanzinvestor RHJ und ist nun pleite.

Der Automobilzulieferer Honsel hat am Montag beim Amtsgericht Arnsberg einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Trotz intensiver Verhandlungen hätten die beteiligten Parteien keine Einigung erzielt, teilte Honsel auf seiner Internetseite mit.

MESCHEDE (Dow Jones/ks)–Dringend benötigte Finanzmittel, die dem Unternehmen im Zuge dieser Restrukturierung zugeflossen wären, stünden nicht zur Verfügung. “Wir sind der Überzeugung, dass im Rahmen des Insolvenzverfahrens die Sanierung von Honsel gelingen kann. Das Insolvenzrecht bietet Chancen, Kostenstrukturen nachhaltig anzupassen und unter neuen Rahmenbedingungen die Zukunft für das Unternehmen zu gestalten”, erklärte Stefan Eck, Sprecher des Vorstands der Honsel AG. Das Gericht habe Frank Kebekus zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Obwohl Honsel in der Wirtschaftskrise des vergangenen Jahres eine umfassende operative und finanzielle Restrukturierung durchlaufen habe, sei die wirtschaftliche Erholung im Automobilsektor nicht schnell genug adaptiert worden, erklärte der Konzern weiter. “Die dadurch entstandenen quantitativen und qualitativen Herausforderungen der Serienanläufe und laufender Projekte waren nicht zuletzt dem Investitionsstau geschuldet. Erschwerend kam außerdem hinzu, dass sich der Produktmix zulasten margenstarker Produkte verschoben hat.”

Honsel gehört mit rund 3.800 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 540 Mio Euro 2009/10 mehrheitlich dem Finanzinvestor RHJ. Honsel ist ein Zulieferer für Leichtmetallkomponenten für Motoren, Getriebe, Fahrwerke und Karrosserien für Pkw und Nutzfahrzeuge.