HPE Micro Focus Übernahme Software

HPE verkauft sein Software-Geschäft und katapultiert damit Micro Focus International unter die Riege der größten Technik-Unternehmen Europas. - Bidl: HPE

Die 1976 gegründete britische Micro Focus, die jetzt 8,8 Milliarden US-Dollar für die Akquisition ausgebt, hilft Unternehmen mit lange bestehender Computer-Infrastruktur bei der Modernisierung ihrer Informationstechnologie, ohne dass die Kunden ihre alten Systeme ersetzen müssen. Eines der jüngeren Projekte war die Modernisierung der IT-Infrastruktur des Luftfahrtkonzern SAS, der Muttergesellschaft von Scandinavian Airlines.

Zu den Konkurrenten von Micro Focus zählen große Softwarekonzern wie IBM oder Microsoft, aber auch spezialisierte Anbieter wie Red Hat. Nach dem HP-Enterprise-Deal wird Micro Focus einen Jahresumsatz von 4,5 Milliarden Dollar erzielen. Derzeit sind es 1,2 Milliarden Dollar. Damit steigt Micro Focus nach eigenen Angaben zu einem der größten Unternehmen in seinem Geschäftsbereich auf.

Aktionäre von Micro Focus goutieren Übernahme

Während der Aktienkurs des Käufers auf die Nachricht über einen solchen Deal üblicherweise mit Verlusten reagiert, ist bei Micro Focus das Gegenteil der Fall. Das Papier schoss im morgendlichen Handel in London um bis zu 22,8 Prozent in die Höhe. Einen Teil der Gewinne gab die Aktie später wieder ab.

Micro Focus beschäftigt weltweit 4.300 Mitarbeiter. Durch den Deal werde die Belegschaft verdreifacht, sagte CEO Kevin Loosemore in einer Telefonkonferenz.

Loosemore hatte bereits im Februar Kontakt zu HP Enterprise aufgenommen, wie er erzählte. Im Jahr davor hatte sich HP Enterprise von der HP Inc abgespalten. Der Manager habe sich nach der Strategie für die Zeit nach der Aufteilung erkundigen wollen.

Der Kursrückgang beim Pfund gegenüber dem Dollar als Folge des überraschenden Brexit-Votums habe "keinen echten Effekt" auf den Deal gehabt, sagte Loosemore. Die Kursbewegung habe den Wert der Mirco-Focus-Aktien zwar erhöht, aber gleichzeitig auch bewirkt, dass die Barkomponente des in Dollar durchgeführten Deals teurer wurde.

Micro Focus einst selbst Übernahmekandidat

Die Transaktion ist ein seltenes Beispiel einer großen ausländischen Akquisition durch ein britisches Unternehmen. Einen Teil des HP-Software-Geschäfts findet damit auch den Weg zurück nach Hause.

Denn Teil des Deals sind auch einige Unternehmensbereiche, die im Zuge der Übernahme der britischen Software-Schmiede Autonomy durch HP im Jahr 2011 für 11,7 Milliarden Dollar an den US-Konzern fielen. Autonomy war vor der Übernahme eine der erfolgreichsten Technologiefirmen Großbritanniens. Nach dem Deal jedoch warf HP dem Unternehmen Betrug vor und schrieb einen großen Teil auf den Wert der Transaktion ab. Autonomy-Mitgründer Michael Lynch streitet sich mit HP immer noch vor Gericht.

Micro Focus hat große Fortschritte gemacht. Noch vor fünf Jahren machte das Unternehmen mit mehreren Gewinnwarnungen von sich reden, was zu einem Austausch des Managements und zu Übernahmespekulationen führte. Damals wurde Hewlett Packard Interesse nachgesagt.

Zuletzt hat Micro Focus selbst eine Reihe von Unternehmen gekauft, unter anderem 2014 den US-Konkurrenten Attachmate Group für 1,2 Milliarden Dollar.

Die Bedeutung des Unternehmens wurde durch die bevorstehende Aufnahme der Aktie in den britischen Blue-Chip-Index FTSE 100 bestätigt. Sie ersetzt ARM Holdings, die von der japanischen Softbank übernommen wurde.

IT ganz vorne: Die wertvollsten Marken der Welt

  • Platz 14: Intel mit einem Markenwert von 35,42 Milliarden US-Dollar. - Bild: Intel

    Platz 14: Intel mit einem Markenwert von 35,42 Milliarden US-Dollar. - Bild: Intel

  • Platz 13: Disney mit einem Markenwert von 36,51 Milliarden US-Dollar. - Bild: Sam Howzit/Wikipedia

    Platz 13: Disney mit einem Markenwert von 36,51 Milliarden US-Dollar. - Bild: Sam Howzit/Wikipedia

  • Platz 12: Mercedes-Benz mit einem Markenwert von 36,71 Milliarden US-Dollar. - Bild: Daimler

    Platz 12: Mercedes-Benz mit einem Markenwert von 36,71 Milliarden US-Dollar. - Bild: Daimler

  • Platz 11: BMW mit einem Markenwert von 37,21 Milliarden US-Dollar. - Bild: BMW Group

    Platz 11: BMW mit einem Markenwert von 37,21 Milliarden US-Dollar. - Bild: BMW Group

  • Platz 10: Amazon mit einem Markenwert von 37,95 Milliarden US-Dollar. - Bild: Amazon

    Platz 10: Amazon mit einem Markenwert von 37,95 Milliarden US-Dollar. - Bild: Amazon

  • Platz 9: McDonald's mit einem Markenwert von 39,81 Milliarden US-Dollar. - Bild: Kira Nerys/Wikipedia

    Platz 9: McDonald's mit einem Markenwert von 39,81 Milliarden US-Dollar. - Bild: Kira Nerys/Wikipedia

  • Platz 8: General Electric mit einem Markenwert von 42,27 Milliarden US-Dollar. - Bild: Vivelo Hoy/Onward State

    Platz 8: General Electric mit einem Markenwert von 42,27 Milliarden US-Dollar. - Bild: Vivelo Hoy/Onward State

  • Platz 7: Samsung mit einem Markenwert von 45,3 Milliarden US-Dollar. - Bild: Samsung

    Platz 7: Samsung mit einem Markenwert von 45,3 Milliarden US-Dollar. - Bild: Samsung

  • Platz 6: Toyota mit einem Markenwert von 49,05 Milliarden US-Dollar. - Bild: Toyota

    Platz 6: Toyota mit einem Markenwert von 49,05 Milliarden US-Dollar. - Bild: Toyota

  • Platz 5: IBM mit einem Markenwert von 65,1 Milliarden US-Dollar. - Bild: IBM

    Platz 5: IBM mit einem Markenwert von 65,1 Milliarden US-Dollar. - Bild: IBM

  • Platz 4: Microsoft mit einem Markenwert von 67,67 Milliarden US-Dollar. - Bild: dpa

    Platz 4: Microsoft mit einem Markenwert von 67,67 Milliarden US-Dollar. - Bild: dpa

  • Platz 3: Coca Cola mit einem Markenwert von 78,42 Milliarden US-Dollar. - Bild: Coca Cola

    Platz 3: Coca Cola mit einem Markenwert von 78,42 Milliarden US-Dollar. - Bild: Coca Cola

  • Platz 2: Google mit einem Markenwert von 120,31 Milliarden US-Dollar. - Bild: 9to5Google

    Platz 2: Google mit einem Markenwert von 120,31 Milliarden US-Dollar. - Bild: 9to5Google

  • Platz 1: Apple mit einem Markenwert von 179,28 Milliarden US-Dollar. - Bild: Apple

    Platz 1: Apple mit einem Markenwert von 179,28 Milliarden US-Dollar. - Bild: Apple