Huawei Mate S

Im Mate S sind Anwendungen verbaut, die es so in Geräten von Huawei und auch anderen Oberklasse-Herstellern noch nicht gegeben hat, allen voran eine Technologie, die es ähnlich bei Apple in dessen Smartwatch gibt. - Bild: Huawei

Das Mate S, das am Mittwoch im Vorfeld der Messe IFA in Berlin vorgestellt wurde, ist das teuerste und am besten ausgestattete vernetzte Telefon, das Huawei jemals auf den Markt gebracht hat. Das sagte der für das weltweite Smartphone-Geschäft verantwortliche Manager Kevin He dem Wall Street Journal.

Je nach Ausstattung und zur Verfügung stehendem Speicherplatz wird das Gerät mit dem 5,5-Zoll-Display zwischen 600 und 750 Euro kosten, so He. Zum Vergleich: Das bisherige Top-Handy des chinesischen Herstellers, das im Frühjahr diesen Jahres vorgestellte P8, kostete lediglich 500 Euro.

Das Mate S stellt somit einen Strategieschwenk für Huawei dar. Die Chinesen haben sich mittlerweile zum weltweit drittgrößten Smartphone-Hersteller der Welt nach Samsung und Apple hochgearbeitet, auch in Deutschland ist Huawei mittlerweile etabliert. Bislang bot der Hersteller aber vornehmlich gut ausgestatte Geräte im mittleren und auch im unteren Preissegment an.

Im Mate S sind Anwendungen verbaut, die es so in Geräten von Huawei und auch anderen Oberklasse-Herstellern noch nicht gegeben hat, allen voran eine Technologie, die es ähnlich bei Apple in dessen Smartwatch gibt. So ist es möglich, durch festen Druck auf das Display etwa ein Foto zu vergrößern. Deutsche Kunden müssen auf diese Technologie aber womöglich verzichten. Sie wird nicht in allen Ländern angeboten, in denen das Mate S verkauft wird.

Bereits im P8 verbaut und jetzt weiter entwickelt ist eine Technik, mit der sich per malen mit dem Fingerknöchel auf dem Display Funktionen ausführen lassen. Malt man ein "I", öffnet sich der Internetbrowser des Telefons. Ein "C" öffnet die Kamera. Erstmals baut Huawei in das Mate S auch ein Fotolicht in die Frontkamera, um so die Qualität von Selbstportraits, sogenannten Selfies, zu verbessern.

Das Gerät ist 7,2 Millimeter dick, die seitlichen Kanten sind zudem nur 2,65 Millimeter breit. Auf der Rückseite ist das metallene Gehäuse leicht gebogen, damit es besser in der Hand liegt. An Bord sind eine 8 Megapixel-Frontkamera und eine 13 Megapixel-Rückkamera. Der Akku verfügt zudem über eine Schnelladefunktion, wie sie in der Vergangenheit auch schon von Samsung verbaut wurde. Als Betriebssystem verwendet Huawei für das Mate S eine modifizierte Version von Android 5.1.

Laut He soll das Mate S ab Ende September in 30 Ländern, darunter China und Deutschland, erhältlich sein. In den USA will Huawei sein neues Top-Gerät nicht verkaufen, sagte der Manager.

Huawei zählt zu den wenigen großen Hersteller, die die Konsumenten-Elektronik-Messe IFA als Plattform für die Vorstellung neuer Smartphones nutzen. Anders als in den Jahren zuvor hat Samsung seine neusten Telefone bereits vor einigen Wochen präsentiert. Apple nimmt nie an Messen teil. Die Kalifornier wollen ihre neuen Produkte am 9. September in einer eigenen Veranstaltung vorstellen. Die IFA öffnet am kommenden Freitag ihre Tore auf dem Messegelände unter dem Berliner Funkturm und endet am 9. September. Am morgigen Donnerstag und Freitag finden weitere Pressekonferenzen statt: Unter anderem von Samsung, LG und der Deutschen Telekom. Vodafone nimmt nicht an der IFA teil