Das erste Elektrofahrzeug von BMW, der i3, wird ab 2013 im Leipziger Werk des Unternehmens

Das erste Elektrofahrzeug von BMW, der i3, wird ab 2013 im Leipziger Werk des Unternehmens produziert werden (Bild: BMW).

Während Elektrofahrzeuge bei der IAA in Frankfurt im Mittelpunkt des Interesses standen, stellten die Automobilhersteller gleichzeitig viele neue Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor vor.

Gunnar Knüpffer

FRANKFURT AM MAIN. Die großen deutschen Automobilhersteller haben sich das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben, wie im Besonderen auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt sichtbar wurde. Dies bezieht sich nicht nur auf die Entwicklung von Elektroautos, sondern auch auf die Gestaltung des gesamten Produktionsprozesses.
So wurde jetzt die BMW Group erneut als nachhaltigstes Automobilunternehmen im Dow Jones Sustainability Index ausgezeichnet, der von der SAM Group veröffentlicht wird. Bereits 2009 wurde bei BMW nachhaltiges Wirtschaften als Unternehmensziel auf Konzernebene verankert. Das aus allen Vorstandsmitgliedern bestehende Nachhaltigkeits-Board legt die strategische Ausrichtung mit verbindlichen internen Zielen fest. Der Nachhaltigkeitskreis bereitet dann die Umsetzung in den einzelnen Fachbereichen vor.
Bei den Elektro-Autos hinken die deutschen Hersteller zwar hinter den französischen und asiatischen her. Doch es tut sich etwas und nach langer Forschungs- und Entwicklungarbeit werden die ersten Elektrofahrzeuge von heimischen Herstellern nun bald bei den Händlern stehen.
Vorreiter ist diesmal Opel mit dem Frontera, der in diesem  Herbst auf den Markt kommen soll. Er hat einen Range Extender, das heißt, ein Benzinmotor startet, wenn die Batterie nach 60 km keine Leistung mehr bringt. Damit soll die Reichweite 500 Kilometer betragen. Auf den Frontera folgt der Smart Fortwo Electric Drive, den Kunden im Frühjahr 2012 kaufen können. Dieser hat eine Reichweite von 140 Kilometer. Damit die CO2-Bilanz bei dem Smart auch besonders gut ausfällt, wird Daimler so viel „grünen Strom zur Verfügung zu stellen, wie alle verkauften Elektro-Smart zusammen verbrauchen“, kündigte Daimler-Forschungsvorstand Professor Thomas Weber auf der IAA an.
Ein Jahr später bringt dann der Volkswagen Konzern seine Elektro-Version des neuen Kleinwagens Up! auf die Straßen. Ebenfalls 2013  wird BMW sein Elektrofahrzeug i3 in Leipzig produzieren. Das elektrische Sportcoupé i8 kündigte der Münchner Automobilhersteller für 2014 an.
„Doch es ist nicht damit getan, Elektrofahrzeuge auf den Markt zu  bringen“, sagt der Leiter des Automotive-Bereichs von A.T. Kearney und Autor einer Studie zum Thema, Dr. Götz Klink. Notwendig sei ein funktionierendes Umfeld, damit Elektromobilität auch Realität wird – eine Art „E-Mobility Eco-System“. Es werden eine funktionierende Lade-Infrastruktur, grüner Strom und attraktive Mobilitätsservices benötigt, damit ein Marktpotenzial für Herstellung, Finanzierung und Service der Fahrzeuge von etwa 240 Mrd Euro erschlossen werden könne. „Die Autohersteller sind in der Zwickmühle“, sagt Stephan Krubasik, Principal bei A.T. Kearney. Einerseits seien Elektrofahrzeuge zukünftig eine Muss im Portfolio. Andererseits erforderten schon die Entwicklung und Produktion Milliardeninvestitionen. „Und wenn die restlichen Segmente des Eco-Systems nicht ausreichend besetzt sind, kann E-Mobility schnell zum Milliardengrab werden“, warnt Krubasik.
Auch bei dem Vorhaben, den C02-Ausstoß zu reduzieren, leiste das Elektro-Auto bis auf weiteres nur einen geringen Beitrag. Zu diesem Schluss kommt eine gemeinsame Studie von Deutsche Bank Research und dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Demnach soll das Elektroauto bis 2020 die Emissionen von 2009 um weniger als 1% reduzieren. Das führe dazu, dass die Industrie mehrere Antriebssysteme parallel weiterentwickeln müsse.
Das macht zum Beispiel die Daimler AG, die auf der IAA mit dem Forschungsfahrzeug F 125!  eine vollelektrische Brennstoffzellen-Limousine präsentierte, die mit Wasserstoff fährt. Dieses Konzept sieht eine emissionsfreie Mobilität mit bis zu 1000 Kilometer Reichweite vor. Daimler bezeichnet den F 125! als Vision für die Zeit nach 2025.