Nach Aussage von Jonathan Browning, Chef der USA-Gesellschaft von VW, ist die Einführung des up! in

Nach Aussage von Jonathan Browning, Chef der USA-Gesellschaft von VW, ist die Einführung des up! in den USA aktuell noch kein Thema. (Bild: Volkswagen).

Von Nico Schmidt und Christoph Rauwald

FRANKFURT (DJ/gk). Europas größter Autobauer Volkswagen sieht sich in den USA weiter auf Wachstumskurs. Das Ziel seien jährliche durchschnittliche Zuwächse bei den Verkaufszahlen im Bereich von rund 20%, sagte der Chef der Landesgesellschaft, Jonathan Browning, am Rande der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview.

Für 2012 rechnet Browning mit einem Wachstum des US-Marktes auf 13,5 Mio bis 14 Mio Fahrzeuge. Erfolgsgaranten für die Wolfsburger sollen in den kommenden Jahren vor allem die neuen Modelle Jetta, Passat und Beetle sein.

“In den letzten zwei bis drei Monaten hat sich das Marktwachstum etwas abgeschwächt”, erklärte Browning mit Blick auf die ungünstige Wirtschaftslage in den USA. “Wir rechnen mit einer weiteren Erholung, allerdings mit abgeschwächter Dynamik”. Hatte Volkswagen den US-Markt Anfang 2011 in diesem Jahr noch bei 13,15 Mio Einheiten gesehen, liegt die Schätzung laut Browning nun leicht unter der 13-Mio-Marke.

An der eigenen Absatzprognose für 2011 hält Browning trotz des schwierigeren Umfelds fest. Ziel sei es, in diesem Jahr mehr als 300000 Volkswagen zu verkaufen. Im vergangenen Jahr hatte Europas größter Autobauer in den USA rund 256000 Wagen der Kernmarke an die Kundschaft gebracht. In den ersten acht Monaten des Jahres legten die Verkäufe um gut ein Fünftel auf rund 208.500 Einheiten zu.

Browning soll das ambitionierte Ziel des VW-Konzerns verwirklichen, den US-Jahresabsatz bis 2018 auf mehr als 1 Mio Autos zu steigern, das wäre etwa das Dreifache der für 2010 vermeldeten Zahl verkaufter Autos der Marken Audi und Volkswagen. Allein für Audi hat sich VW in acht Jahren einen Jahresabsatz von 200000 Einheiten vorgenommen, fast doppelt so viele wie noch 2010.

Der US-Markt ist ein wichtiger Eckpfeiler beim ehrgeizigen Vorhaben, Toyota bis 2018 als weltgrößter Autobauer abzulösen. Daher wurden die Investitionen für das US-Geschäft zuletzt deutlich hochgefahren. So eröffnete Volkswagen unlängst das für 1 Mrd USD in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee gebaute neue Werk, in dem mehr als 2.000 Stellen geschaffen werden und jährlich 150.000 Autos gebaut werden können.

Mit Einkauf und Produktion in der Dollar-Zone will der Konzern bisherigen Angaben zufolge ab 2013 wieder schwarze Zahlen im US-Geschäft schreiben. 1988 hatten sich die Niedersachsen mangels ausreichender Auslastung von einer Vor-Ort-Produktion in den USA verabschiedet. Seither schlagen Wechselkursschwankungen auf das Ergebnis durch.

Helfen dürfte bei der Rückkehr in die schwarzen Zahlen, dass in den USA inzwischen weniger Kaufanreize nötig sind, um Kunden zu überzeugen. Die ganze Branche habe das Ausmaß der Kaufanreize zurückgefahren, sagte Browning. “Und bei uns liegen sie noch 30% unter dem Durchschnitt”.

Bei den Vorbereitungen zum Verkauf des Passats befinde man sich zwar noch in einer frühen Phase, das bisherige Feedback sei allerdings sehr positiv.

Nach Aussage von Browning ist die Einführung des up! in den USA aktuell noch kein Thema. Ausschließen will er es aber nicht: Entweder der Polo oder der up! könnten irgendwann auch für den amerikanischen Markt interessant sein, sagte der Manager.

Volkswagen stellt auf der IAA den neuen Mini up! vor, der die Produktpalette der Wolfsburger nach dem Auslaufen von Lupo und Fox nach unten erweitert. Der nur gut 3,50 Meter lange und 1,65 Meter breite Stadtflitzer zielt vor allem auf Kunden ab, die bisher Gebrauchtwagen gekauft haben. Der Viersitzer, der gut vier Liter Benzin auf 100 Kilometern verbraucht, ist hierzulande für ab 9.850 EUR zu haben und ist der Start einer neuen VW-Modellfamilie im Einstiegssegment, die auch auf andere Konzernmarken ausgeweitet werden soll.