IBM übernimmt IRIS Analytics, einen Anbieter von Software zur Prävention von Zahlungsbetrug.

IBM, hie die Deutschland-Zentrale, übernimmt IRIS Analytics und will so Zahlungsbetrug bekämpfen. - Bild: IBM

Eine aktuelle Sicherheitsstudie der IBM ergab, dass nur 16 Prozent der Banken Missbrauch im Moment des Angriffs erkennen können. Selbst wenn das Missbrauchsmuster eindeutig identifiziert ist, dauert es im Schnitt noch einmal vier Wochen, bis Gegenmaßnahmen flächendeckend greifen. Zudem werden nicht nur die Zahlungsmöglichkeiten immer vielfältiger, sondern auch die Angriffe technisch immer ausgereifter und schlagkräftiger.

IRIS Analytics hat eine Software entwickelt, die hilft, Missbrauchstransaktionen in Echtzeit zu erkennen und Zahlungen so frühzeitig zu stoppen, dass Verluste nicht entstehen. Hierbei analysiert die Software den Unterschied zwischen normalem Nutzerverhalten und speziellen Mustern von Betrugsversuchen durch Einsatz von Verfahren der künstlichen Intelligenz. Durch diese "automatische" Erkennung kann die IRIS-Software sehr viel schneller auf neue Betrugsmuster reagieren. Integrierte Simulation und Analyse erlauben die direkte Überprüfung der Effektivität entwickelter Maßnahmen an Realdaten im laufenden Betrieb.

Die Software wird heute bereits von vielen Banken und Prozessoren bei Kredit- und Debitkartenzahlungen eingesetzt, wobei sie sowohl die Kunden- als auch die Händlerseite schützt. Internetzahlungen und Onlinebanking werden zusätzlich durch Erkennung von Endgeräten und Analyse der Internetverbindung abgesichert.

"Der Einsatz von Cognitive Computing zur Betrugsbekämpfung kommt einem  Paradigmenwechsel gleich", sagt Alistair Rennie, General Manager, IBM Industry Solutions. „Die Kombination der IRIS-Software mit unseren bestehenden Sicherheitslösungen wird vielen Unternehmen helfen, sehr viel gezielter und schneller Betrug zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Sie erhalten mehr Transparenz und Kontrolle und können gleichzeitig ihre Fehlalarme dramatisch reduzieren.“

Zum Beispiel nutzt das französische Interbankenssystem STET, Teil der Groupe Cartes Bancaires, die IRIS-Software für den Schutz von 5,5 Milliarden Kredit- und Debitkarten-Transaktionen pro Jahr. "Mit Antwortzeiten von unter fünf Millisekunden pro Transaktion selbst zu Stoßzeiten, in denen wir über 750 Transaktionen pro Sekunde abwickeln, hilft uns die IRIS-Software, Missbrauch in Echtzeit zu erkennen und zu verhindern, ohne dass dies unsere Reaktionszeiten verlangsamt", sagt Pierre Juhen, Geschäftsführer von STET. "Darüber hinaus können wir auf neue Betrugsmuster innerhalb von wenigen Minuten reagieren."

"Immer neue Betrugsmuster bei Kartenzahlungen, mobilen Zahlungssystemen und Internettransaktionen verlangen eine ständige Anpassung und Verfeinerung der Gegenmaßnahmen", sagt Constantin von Altrock, Geschäftsführer der IRIS Analytics. "Nur die Transaktionsüberwachung in Echtzeit vereint Einfachheit und Komfort für den Kunden mit niedrigen Betrugsverlusten für die Bank. Mit der Kombination der IRIS-Technologie mit den Sicherheitslösungen von IBM bieten wir genau dies an."

2007 gegründet, hat IRIS Analytics ihren Hauptsitz in Koblenz. Finanzielle Angaben zur Übernahme wurden nicht offen gelegt.

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