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IBM - im Bild CEO Ginni Rometty - hat massive Probleme. - Bild: IBM

Der Konzern aus Armonk im Bundesstaat New York leidet unter der wachsenden Bedeutung von Anwendungen, die Kunden über das Internet nutzen. Dadurch sinkt die Nachfrage nach den wichtigsten Produkten des IT-Dienstleisters. IBM versucht sich zwar mit anderen Produkten neu aufzustellen. Das reicht aber noch nicht: Im dritten Quartal fielen die Einnahmen um 0,3 Prozent auf 19,23 Milliarden US-Dollar.

Der Nettogewinn erreichte nur noch 2,9 Milliarden Dollar, ein Rückgang um 4 Prozent. Schwach entwickelte sich vor allem das Segment Systems mit den Großrechnern und den Betriebssystemen. IBM begründete die Schwäche damit, dass Großrechner am Ende ihres Produktzyklus stehen.

IBM-Aktien reagierten mit Kursverlusten auf die enttäuschende Geschäftsentwicklung. Sie verloren im nachbörslichen Handel 3,2 Prozent auf 149,84 Dollar.

Dabei macht IBM Fortschritte mit der Neuausrichtung des Geschäfts. Cloud-Dienste, die über das Internet zu Kunden kommen, steigerten ihre Einnahmen wechselkursbereinigt um 42 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar. Zu den erfolgreichen Produkten gehörten SoftLayer, das Nutzern den Zugang zu Rechenleistung über das Internet gewährt, und Bluemix, bei der Kunden online auf Software zurückgreifen können.

Die Cloud gehört zu den Wachstumsbereichen, die IBM als "strategischen Imperativ" bezeichnet. Diese Geschäfte, zu denen auch die künstliche Intelligenz, die Datenanalyse und die Datensicherheit gehören, wuchsen zusammen wechselkursbereinigt um 15 Prozent im Quartal. Damit haben sie ihre Expansion beschleunigt, denn im zweiten Quartal lag das Plus nur bei 12 Prozent. Diese Geschäfte stehen jetzt für 40 Prozent der Einnahmen von IBM.

Analyst Greg McDowell von JMP Securities lobte deshalb auch die Entwicklung: "Solange wir bei den strategischen Imperativen Wachstum sehen, sollten die Leute glücklich sein", sagte er.

IBM hat stark in diese neuen Bereiche investiert. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres hat Big Blue bereits 5,45 Milliarden Dollar für Zukäufe aufgewendet. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 821 Millionen Dollar. Zur Beschleunigung des Wachstums kaufte IBM insgesamt zwölf Unternehmen. Allein im dritten Quartal steigerten die übernommenen Unternehmen den Umsatz von IBM um 360 Millionen Dollar, wie Analyst Toni Sacconaghi von Bernstein Research errechnet hat.

IBM bestätigte die Jahresprognose. Der Gewinn je Aktie soll 2017 mindestens 13,50 Dollar erreichen.