Auf insgesamt 4 000 m2  entstehen neben der neuen Produktionsanlage von Lanxess auch

Auf insgesamt 4 000 m2 entstehen neben der neuen Produktionsanlage von Lanxess auch Hightech-Labore, Logistikflächen und Büros am Standort Bitterfeld.

von Kathrin Irmer

BITTERFELD. Lanxess wird dort eine so genannte Membran-Filtrationstechnologie entwickeln und produzieren und will damit langfristig 200 neue Arbeitsplätze am Chemiestandort Bitterfeld schaffen. Auf insgesamt 4.000 m2 entstehen neben der neuen Produktionsanlage auch Hightech-Labore, Logistikflächen und Büros. Das Bundesland Sachsen-Anhalt fördert dieses Vorhaben mit bis zu sechs Mio Euro. Die Anlage soll Ende diesen Jahres für eine Pilotierungs- und Entwicklungsphase angefahren werden. 2011 sollen dann die ersten Produkte auf den Markt kommen. Lanxess besitzt in Bitterfeld bereits einen hochmodernen Standort mit Infrastruktur.

„Diese guten Rahmenbedingungen sowie die geplanten Kooperationen mit Hochschulen und Universitäten in der Region haben im internationalen Wettbewerb gegen andere Standorte wie etwa Spanien oder Singapur den Ausschlag für Bitterfeld gegeben“, erklärt Axel C. Heitmann, Vorstandsvorsitzender der Lanxess AG. Insgesamt will das Unternehmen in diesem Jahr rund 150 Mio Euro in seine deutschen Standorte investieren und damit etwas mehr als im vergangenen Jahr.

Mit der Membrantechnologie werden unerwünschte Stoffe aus dem Wasser gefiltert. Die chemische Zusammensetzung und der Aufbau der Membran erlauben es , Stoffe wie Nitrate, Pestizide, Herbizide, Viren, Bakterien und kleinste Partikel herauszufiltern. Das Wasser passiert dabei den Filter; Schwebstoffe und andere unerwünschte Substanzen werden durch den Filter zurückgehalten. Durch diese für Lanxess neue Technologie erschließt der Konzern weitere Anwendungsgebiete in der Wasseraufbereitung.

Neue Technologie für die Wasseraufbereitung

Allein das Volumen für den globalen Membranmarkt wird derzeit auf rund eine Mrd Euro geschätzt – Tendenz steigend. „Nutzbares Wasser wird weltweit zu einer knappen und damit immer kostbareren Ressource“, begründet Heitmann die Investition in die neue Technologie. „Durch diese wegweisende Investition in Bitterfeld können wir nun zusätzliche Produkte für die Wasseraufbereitung anbieten und damit unsere jetzt schon starke Marktposition weiter ausbauen.“

Der globale Markt für Wasseraufbereitung wird auf ein Volumen von 315 bis 330 Mrd Euro geschätzt. Die Schweizer Privatbank Sarasin prognostiziert jährliche Wachstumsraten von zehn Prozent. Dieses Potenzial will Lanxess vermehrt nutzen und seine Aktivitäten auf diesem Gebiet weltweit deutlich stärken. Derzeit baut Lanxess ein zusätzliches Werk für Ionenaustauscher im indischen Jhagadia, das noch in diesem jahr in Betrieb genommen wird. Die neue Anlage in Indien soll die modernste ihrer Art in Asien sein. Sie wird unter anderem Produkte zur Herstellung von ultrareinem Wasser für die Halbleiter- und Pharmaindustrie, für die industrielle Wasseraufbereitung, für die Lebensmittelherstellung und für die Stromerzeugung liefern.

Mehr als 70 Jahre Erfahrung in der Wasseraufbereitung

Der Spezialchemie-Konzern verfügt mit seinen Ionenaustauscherharzen der Marke Lewatit, Adsorbern und Funktions-Polymeren über eine mehr als 70 Jahre lange Erfahrung in der Wasseraufbereitung. Mit rund 80 Mitarbeitern produziert die Tochtergesellschaft IAB Ionenaustauscher GmbH bereits seit mehr als 10 Jahren Ionenaustauschharze in Bitterfeld. Die dortige Produktionsanlage mit monodisperser Technologie ist nach eigener Angabe die größte und weltweit modernste ihrer Art.

Die Hightech-Harze werden unter anderem in der Wasseraufbereitung, der Energieerzeugung, der Mikroelektronik, im Trinkwasserbereich oder bei der Lebensmittelaufbereitung eingesetzt. Zur breiten Anwendungspalette der kleinen Harz-Perlen gehören zum Beispiel die Entkalkung oder die Entsalzung von Wasser, wie in Geschirrspülmaschinen oder aber der Einsatz in Wasserfiltern zur Entkarbonisierung und Entfernung von Schwermetallen aus Trinkwasser.