Seit 25 Jahren verkauft igus „plastics for longer life“ in Japan. 1990 wurde igus k.k. (Tokyo)

Seit 25 Jahren verkauft igus „plastics for longer life“ in Japan. 1990 wurde igus k.k. (Tokyo) gegründet, heute der Experte in Japan für Energiekettensysteme, Spezialleitungen und schmierfreie Polymerlagertechnik. Managing Director ist Yoshitaka Nishiyama (vordere Reihe, 3.v.r.).

KÖLN (pd). Inspiriert von der Idee, verschleißfeste und wartungsfreie Kunststoff-Bauteile japanischen Maschinen zugänglich zu machen, hatte Captain Industries bereits im Vorfeld nach einem weltweit führenden Kunststofftechnik-Spezialisten recherchiert, der u.a. im Maschinenbau und in der Automation zuhause ist. Die freundschaftliche Begegnung von Watanabe und Blase, damals Verkaufsleiter von igus, markierte den Startschuss für inzwischen 25 Jahre „plastics for longer life“ in Japan – „Maschinenelemente, die weniger kosten und länger halten“, so igus. Seitdem verbindet beide Unternehmen eine traditionsreiche Partner- und Distributorenbeziehung, die zwischenzeitig in einem Joint Venture mündete. In diesem Prozess wurde bereits 1990 igus k.k. (Tokyo) gegründet, heute der Experte in Japan für Energiekettensysteme, Spezialleitungen und schmierfreie Polymerlagertechnik.

Quer durch alle Industriebranchen

Über 55.000 Artikel für den Einsatz quer durch alle Industriebranchen umfasst das Programm von igus k.k. Davon sind mehr als 30.000 Artikel jetzt ab Lager lieferbar in 24 Stunden oder am selben Tag. Das 80-köpfige Team, ausnahmslos Japaner, unter Leitung von Managing Director Yoshitaka Nishiyama ist dabei nah am Kunden. Technische Verkaufsberater stehen in den industriellen Zentren Japans zur Verfügung, unterstützt durch ein technisches Helpdesk in der Zentrale in Tokyo, das auch für alle Kunden bereit steht. Und in Tochigi bei Tokyo unterhält das Unternehmen ein großes Lager. Seit Jahren stehen die Zeichen bei igus k.k. auf Wachstum. Auch mit Captain Industries wurde erst 2007 der Vertrag für die exklusive Belieferung zahlreicher Kunden im Werkzeugmaschinenbau wieder langjährig verlängert.

Energiekette „E4.1“ für fast alle Anwendungen

Auf einer Pressekonferenz „25 Jahre igus in Japan“ auf der JIMTOF stellte Harald Nehring, Vice President von igus, ausgewählte Produkte und Services vor, die allein igus k.k. japanischen Kunden bieten kann. Dazu zählt zum Beispiel die Universal-Energiekette „E4.1“, vollstegig, halbstegig oder als Rohr, lieferbar einzeln oder als komplett konfektioniertes „ReadyChain“-System. Das „E4.1“-Energieketten-Programm vereint die besten konstruktiven Kniffe von in der Vergangenheit mehreren einzelnen Serien. In ihr sind 25 Jahre Knowhow aus dem „E4“-Programm eingeflossen: Außen- und Innenlasche etwa, mit oder ohne Vorspannung, für Flexibilität und einfache Montage, ein dämpfendes Anschlagssystem für ruhigen, leisen Lauf und ein – patentierter – formschlüssiger „Hintergriff“ für hohe Stabilität, zum Beispiel für große freitragende Längen auf der Seite liegend, etwa in Werkzeugmaschinen. Hinzu kommen u.a. ein verschleiß-, abrieb- und montageoptimierter Innenaufteilungs-Baukasten sowie verschiedene Materialausführungen, etwa für Reinraum, ESD und Hochtemperatur. Insgesamt umfasst das „E4.1“-Programm 20 Bauformen, 10 Größen und über 180 Varianten. Davon sind in Japan 16 Bauformen und 7 Größen in 24 Stunden ab Lager Tochigi lieferbar.

Lebensdauerberechnung und 3D-CAD-Konfiguratoren

Weiter verwies Harald Nehring auf die Online-Lebensdauerberechnungs-Programme für Energieketten, „Chainflex“-Spezialleitungen, Gleit-, Gelenk-, Kugel- und Linearlager sowie auf zahlreiche 3D-CAD-Konfiguratoren, alles registrierungsfrei auf www.igus.co.jp. „Auch diese Internet-Werkzeuge, mit denen Kunden Prozesskosten sparen, sind in Japan einzigartig“, so Nehring. Beispiel Lebensdauerberechnung für Energieketten: Hier können Kunden zunächst die gewünschte Kette ins System eingeben und den Anwendungsfall „freitragend“ oder „gleitend“. Nach Eingabe von Zusatzlast, Verfahrweg, Geschwindigkeit und Beschleunigung wird dann automatisch die zu erwartende Lebensdauer in Doppelhüben und Kilometern angegeben. Optional wird auch die Eingabe von äußeren Einflüssen wie Schmutz, Schlägen und der Umgebungstemperatur angeboten.

Thema 3D-CAD-Konfiguratoren: Jede Energiekette und jedes „DryLin“-Linearsystem kann individuell online konfiguriert werden. Im Bereich Ketten etwa stehen CAD-Modelle in 11 verschiedenen 3D-CAD-Formaten zur Verfügung zuzüglich 8 verschiedener 2D-CAD-Formate. Dazu bietet igus k.k. schnelle Downloads der CAD-Daten an – ohne Registrierung. Beispielhaft nannte Nehring die neuen 3D-CAD-Konfiguratoren für spiralförmige „TwisterChain“-Energieketten sowie für Kreisbewegungen mit rückwärtigem Biegeradius (RBR).

25 der weltweit 30 größten Werkzeugmaschinenhersteller

Schließlich hob Harald Nehring das umfassende Knowhow von igus k.k. hervor. Das Unternehmen beliefert Kunden aus nahezu allen Industriebranchen, von Kran- und Fördertechnik, Werkzeugmaschinenbau, Blech- und Holzbearbeitung, Robotik bzw. Automation über die Verpackungs- und Automotive-Industrie bis hin zu Medizin- und Reinraumtechnik. So finden sich zum Beispiel in Millionenstückzahl wirtschaftliche „iglidur G“-Polymergleitlager in namhaften japanischen Pkws, eingesetzt u.a. für die schmierfreie Klappenlagerung in Schaltsaugrohren. „Und mindestens 25 der weltweit 30 größten Werkzeugmaschinenbauer“, so Nehring anlässlich der JIMTOF, „setzen in nennenswertem Umfang auf igus-Produkte.“ In Japan gehört u.a. Kikukawa in Ise (Mie) zu den Kunden im Werkzeugmaschinenbau.

Technische Meilensteine in Japan

Insbesondere in Japan dürfe igus dabei gemeinsam mit seinen Kunden permanent technische Meilensteine setzen. So werden jetzt zum Beispiel Energiekettensysteme geliefert für das wohl leistungsstärkste Hochregallager der Welt in Yokohama. Aus der japanischen Elektronikfertigung, ein weiteres Beispiel, kam jüngst die Aufgabe, eine Energiekette anzubieten die eine Milliarde Bewegungen aushält. Am Ende konnte igus sogar die Eignung für 3,5 Milliarden Bewegungen nachweisen, bestätigt von der Cologne University of Applied Sciences. Und Hersteller von Factory Automation aus dem Bereich Elektronikfertigung konnten mithilfe des igus-Baukasten noch bessere Ergebnisse in der Reinraumqualität erzielen, u.a. aufgrund verminderten Abriebs.

Neues zur JIMTOF

Schließlich präsentierte igus anlässlich der JIMTOF ausgewählte Neuheiten speziell für den Werkzeugmaschinenbau. Das reichte vom spänedichten Kunststoff-Energierohr „RX“ in neuen Größen über das System „Guidelok“ für lange Verfahrwege freitragend im Spänebereich bis hin etwa zum neuen „TwisterBand“, mit dem sich Leitungen unterbrechungsfrei um 3.000 Grad auf engstem Raum drehen lassen. Weiter zeigten die Kölner in Tokyo robuste „Chainflex“-Busleitungen für alle Bewegungen und – im zweiten Bereich, der Polymerlagertechnik – ein schmierfreies Hybridlager für die Verstellung von Schiebetüren sowie Polymer-Rundtischlager zum Bewegen von Bedienpulten.