Smartphones

Jahrelang existierte in Deutschland keine Handy-Produktion. - Bild: Pixabay

Bei dem in Bocholt produzierten Gerät handelt es sich um das Android-Smartphone GS185, das für 179 Euro auf den Markt kommen soll.

Das GS185 ist eines von drei Einsteiger-Modellen, die Gigaset am Dienstag präsentiert hatte. Die anderen Modelle, das GS100 und das GS180, die 119 Euro beziehungsweise 149 Euro kosten, werden weiterhin in Asien montiert.

Gigaset war ursprünglich eine Marke der Siemens Home and Office Communication Devices und ist seit Jahren einer der führenden Hersteller von schnurlosen DECT-Telefonen. Im Rahmen von mehreren Sparprogrammen waren in dem Werk in Bocholt immer wieder Arbeitsplätze abgebaut worden.

Es gibt drei Gründe, warum im Werk nun Smartphones produziert werden:

1. Roboter senken Produktionskosten

Die Fertigung in Deutschland sei ungefähr so teuer wie in Asien, weil in dem Werk in Bocholt intensiv mit Fertigungsrobotern gearbeitet werde. Dadurch sei auch die Fehler- und Ausschussquote niedriger als bei einer weitgehend manuellen Produktion in Asien, sagte Andreas Merker, Leiter Mobile Devices bei Gigaset.

2. Bauteile stammen von asiatischen Zulieferern

Was außerdem die Kosten senkt. Die elektronischen Bauteile stammen von Zulieferbetrieben aus Asien. In Deutschland werden Verpackungen und die gedruckten Anleitungen hergestellt.

In Bocholt werden die Geräte aber nicht nur montiert, sondern auch entworfen und an spezielle Anforderungen von Netzbetreibern und Großkunden angepasst. Daher finde rund 60 Prozent der Wertschöpfung in Deutschland statt, rund 40 Prozent stamme von den Zulieferern aus Asien, sagte Merker.

3. Die Personalkosten sind niedrig

Besonders viele Arbeitsplätze werden durch das Produktionsverfahren im Werk in Bocholt nicht geschaffen. Die Produktionslinie benötige nur acht Mitarbeiter pro Schicht, also 24 Mitarbeiter bei einem Dreischicht-Betrieb.

Die Fertigungslinie kann maximal 6.000 Geräte in der Woche herstellen. Bei einem Markterfolg werde Gigaset weitere Fertigungslinien in Bocholt in Betrieb nehmen.

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4. Smartphone-Markt legt wieder zu

Der internationale Smartphone-Markt ist wieder auf Wachstumskurs. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden den Marktforschern von Gartner zufolge weltweit fast 384 Millionen Smartphones verkauft - das macht ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017.

Zuvor war der Absatz leicht rückläufig gewesen, da Kunden verstärkt zu teureren Modellen griffen und diese auch länger nutzten. Der Bedarf an Premium- und High-end-Smartphones sei allerdings wieder zurückgegangen, sagte Gartner-Analyst Anshul Gupta. Als Grund sieht er nur geringe Zusatzvorteile bei den neuen Modellen. Dagegen habe die Nachfrage nach günstigen und Einstiegs-Geräten erneut angezogen - aufgrund deren besserer Qualität.

Marktführer Samsung bekommt demnach trotz seines neuen Flaggschiffs Galaxy S9 weiter kräftig die Konkurrenz aus China zu spüren. Der Druck auf den südkoreanischen Hersteller dürfte in diesem Jahr auch weiter anhalten, schätzen die Analysten. Samsungs Marktanteil blieb im ersten Quartal mit 20,5 Prozent nahezu konstant, während Huawei (Platz drei) und Xiaomi (Platz vier) zulegten.

Auch Apples Marktanteil stieg leicht, der Absatz legte wohl auch wegen des iPhone X im Jahresvergleich um vier Prozent zu. Das Wachstum sei aber geringer ausgefallen als erwartet, sagte Gupta. iPhone-Nutzer würden ebenfalls langsamer als bisher zu neuen Modelle greifen. Für solides Wachstum müsse der weltweit zweitgrößte Anbieter wieder mehr Anreize für Kunden bei seinen nächsten Modellen schaffen, schätzt Gupta.

  • Gestatten - Daisy! Daisy zerlegt iPhones. Und davon ziemlich gerne: Theoretisch zerlegt das Recycling-Roboter-System von Apple pro Jahr rund 1,75 Millionen iPhones.

    Gestatten - Daisy! Daisy zerlegt iPhones. Und davon ziemlich viele: Theoretisch demontiert das Recycling-Roboter-System von Apple pro Jahr rund 1,75 Millionen iPhones. - Bild: Apple

  • Laut Apple lassen sich durch den Einsatz von Daisy aus 100.000 iPhones 1,9 Tonnen Aluminium, 770 Kilogramm Kobalt, 710 Kilogramm Kupfer, 42 Kilo Zinn, fast 1 Kilo Gold und 100 Gramm Palladium recyceln

    Laut Apple lassen sich durch den Einsatz von Daisy aus 100.000 iPhones 1,9 Tonnen Aluminium, 770 Kilogramm Kobalt, 710 Kilogramm Kupfer, 42 Kilo Zinn, fast 1 Kilo Gold und 100 Gramm Palladium recyceln. - Bild: Apple

  • Das Apple-Robotersystem zerpflückt in der Stunde rund 200 iPhones. insgesamt besteht Daisy aus 29 Robotern

    Das Apple-Robotersystem zerpflückt in der Stunde rund 200 iPhones. insgesamt besteht Daisy aus 29 Robotern. - Bild: Apple

  • So manchem Apple-Fan mag das Herz bei diesem Anblick bluten, aber durch den Recycling-Einsatz von Daisy lassen sich laut Apple mehr Wertstoffe wie seltene Erden oder Alu aus ausgedienten Smartphones gewinnen als bei anderen Verfahren

    So manchem Apple-Fan mag das Herz bei diesem Anblick bluten, aber durch den Recycling-Einsatz von Daisy lassen sich laut Apple mehr Wertstoffe wie seltene Erden oder Alu aus ausgedienten Smartphones gewinnen als bei anderen Verfahren. - Bild: Apple

  • Das ist der Vorgänger von Daisy. Sein Name war Liam und er bestand aus 29 Robotern mit einer Gesamtkapazität von 1,2 Millionen iPhones - allerdings wurde er nur mit dem iPhone 6 fertig.

    Das ist der Vorgänger von Daisy. Sein Name war Liam und er bestand aus 29 Robotern mit einer Gesamtkapazität von 1,2 Millionen iPhones - allerdings wurde er nur mit dem iPhone 6 fertig. - Bild: iphonedigital/Flickr/CC-BY-SA-2.0