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General Electric (GE) kauft den deutschen 3D-Druckerhersteller Concept Laser. - Bild: Concept Laser

Nach dem Scheitern der Übernahme von SLM Solutions setzt General Electric nun auf einen anderen deutschen 3D-Druckhersteller: Der US-Industriekonzern kauft für 549 Millionen Euro die bayerische Concept Laser GmbH. Nach der gescheiterten Übernahme von SLM Solutions greifen die Amerikaner damit zu ihrem Plan B. Mit Concept Laser und der schwedischen Arcam, für die General Electric am Donnerstag die Offerte erhöht hat, will der Konzern im Wachstumsmarkt 3D-Druck weiter angreifen.

An der in Lichtenfels ansässigen Concept Laser übernimmt General Electric (GE) zunächst 75 Prozent. Später könnte der US-Konzern das bayerische Unternehmen, das sich selbst zu den weltweit führenden Anbietern von Maschinen- und Anlagentechnik für den 3D-Druck von Metallbauteilen zählt, auch komplett übernehmen. GE betonte, in Lichtenfels massiv zu investieren.

Nach dem Scheitern der Übernahme des ebenfalls deutschen 3D-Druckerherstellers SLM Solutions setzt GE damit bei seiner Strategie auf Concept Laser mit ihren gut 200 Mitarbeitern. Der US-Konzern hatte Mittwoch eingeräumt, dass die Offerte für SLM gescheitert ist, nachdem sich der Hedgefonds Elliott des US-Investors Paul E. Singer einen maßgeblichen Anteil an dem TecDAX-Unternehmen gesichert und ein höheres Gebot gefordert hat. Ohne dieses Aktienpaket war das Erreichen der Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent schwierig.

Bei SLM zeigt man sich nun enttäuscht: "Als Teil des GE-Konzerns hätten wir die Chance gehabt, unseren Wachstumskurs zu beschleunigen", erklärte CEO Markus Rechlin. "Letztlich oblag die Annahme des Angebots (...) der individuellen Entscheidung jedes einzelnen SLM-Aktionärs."

Am Aktienmarkt reagieren Investoren mit massiven Verkäufen der SLM-Aktie: Das Papier bricht um 12 Prozent auf 32,75 Euro ein.

Teil der GE-Strategie bleibt im Gegensatz zu SLM aber die schwedische Arcam: Der Konzern aus Fairfield erhöhte am Donnerstag das Angebot auf 300 schwedische Kronen und senkte die Mindestannahmeschwelle auf 75 Prozent. Bisher hatte GE 285 Schwedische Kronen geboten, die Mindestannahmeschwelle lag bei 90 Prozent. Das sei das letzte Gebot, erklärte GE.

Da sich der Hedgefonds Elliott bereits mehr als 10 Prozent an Arcam gesichert hat, galt die Akquisition als fraglich. Im Gegensatz zu SLM will GE bei den Schweden aber offenbar unbedingt zum Zuge kommen.

Singer ist bekannt dafür, bei Unternehmen einzusteigen, bei denen ein Übernahmeangebot vorliegt. Häufig fordert der Investor Einfluss im Unternehmen und spekuliert auf einen höheren Preis. Das ist im Fall von SLM vorerst schief gegangen.

Der Markt für 3D-Drucker gilt als wichtiger Wachstumsmarkt. Mit den Geräten lassen sich Metallkomponenten etwa für Flugzeugturbinen herstellen. Mit den Zukäufen würde GE auch den Druck auf rivalisierende Komponentenhersteller wie Rolls-Royce oder die United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney erhöhen. GE strebt im neuen Geschäft mit Maschinen zur Additiven Fertigung ab 2020 einen Umsatz von 1 Milliarde US-Dollar an.

GE ist mit seinen mehr als 300.000 Mitarbeitern unter den Industriekonzernen weltweit beim 3D-Druck weit vorne. Seit 2010 hat das Unternehmen rund 1,5 Milliarden Dollar in dieses Geschäft investiert. GE druckt bereits Tausende von Kraftstoffdüsen für Flugzeugtriebwerke mit komplexen Strukturen, die mit traditionellen Methoden nicht hergestellt werden können.