Globale Öllagervorräte

Nach Schätzung der IEA dürften die globalen Öllagervorräte 2016 um weitere 285 Millionen Barrel zunehmen. - Bild: Daniel Sinoca/pixabay

"Die Ölmärkte sind mit der Aussicht konfrontiert, dass ein drittes Jahr in Folge das Angebot die Nachfrage um eine Million Barrel übersteigt," erklärte die IEA in ihrem Monatsbericht. "Die Märkte haben enorme Schwierigkeiten, das überschüssige Öl aufzunehmen."

Der Bericht ist ein weiterer Schlag für den Ölmarkt. Schon zuvor waren die Ölpreise in den jüngsten Wochen wegen zusätzlicher Fördermengen von Ländern sowohl inner- als auch außerhalb der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) kräftig unter Druck geraten.

Die IEA schätzt, dass der Iran bis zum Ende des ersten Quartals 2016 seine Förderung um 300.000 Barrel pro Tag erhöhen könnte. Das zusätzliche iranische Öl auf dem Weltmarkt dürfte den Rückgang um 600.000 Barrel, der von Ländern außerhalb der Opec erwartet wird, zum Großteil kompensieren. Teheran hat sogar angekündigt, dass es seine Förderung sofort um 500.000 Barrel steigern kann, nach dem die Sanktionen aufgehoben sind.

Lagerinfrastruktur unter Druck

Die globalen Lagervorräte, die 2015 um rund eine Milliarde Barrel gestiegen sind, dürften 2016 um weitere 285 Millionen zunehmen, schätzt die IEA. Das werde die Lagerinfrastruktur trotz einer signifikanten Ausweitung unter Druck setzen.

Die IEA, die Industrieländer in Fragen der Energiepolitik berät, hielt an ihrer Prognose zur globalen Ölnachfrage in diesem Jahr fest. Für 2016 rechnet sie mit einer Zunahme der täglichen Nachfrage um 1,2 Millionen Barrel. 2015 ist die Nachfrage um 1,8 Millionen Barrel gewachsen.

Produktion in Iran auf Höchststand seit 2012

Das Angebot der Opec ist nach Zahlen der IEA im Dezember um 90.000 Barrel auf 32,3 Millionen gefallen, weil der Irak und Saudi-Arabien die Förderung leicht einschränkten. Die Produktion des Iran stieg allerdings um 40.000 Barrel auf den höchsten Stand seit Juni 2012.

Trotz des jüngsten Rückfalls der Ölpreise unter 30 Dollar je Barrel setzt die Opec darauf, dass sich der Ölmarkt im Laufe dieses Jahres auszubalancieren beginnt. Den Optimismus zieht die Organisation aus der Erwartung, dass sich die Preisschwäche auf die Fördermengen außerhalb des Kartells auswirken wird, wie sie am Vortag in ihrem Monatsbericht erklärte.