Manroland-Standort in Plauen: Die IG Metall fordert staatlicher Unterstützung für den

Manroland-Standort in Plauen: Die IG Metall fordert staatlicher Unterstützung für den gestrauchelten Druckmaschinenhersteller (Bild: Manroland).

FRANKFURT (ks). „Wir brauchen eine rasche Lösung für die Fortführung des Betriebes von Manroland und gleichzeitig eine industriepolitische Lösung für die Branche. Die Gesellschafter und der Bundeswirtschaftsminister müssen jetzt schnell im Interesse der Beschäftigten und Arbeitsplätze handeln“, sagte Jürgen Kerner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von Manroland, am Dienstag in Frankfurt. Nur mit einer Doppelstrategie könnten möglichst viele Arbeitsplätze gerettet werden, sagte der Gewerkschafter.

Kerner forderte finanzielle Unterstützung durch die Absicherung eines sogenannten Massekredits. Die dafür notwendigen Bürgschaften müssten von den bisherigen Gesellschaftern, Allianz und MAN, sowie von den Bundesländern mit Manroland-Standorten rasch zur Verfügung gestellt werden. Mit der Liquidität aus diesem Kredit könnten Materialien bestellt und Lieferanten für zukünftige Aufträge bezahlt werden. Nur dadurch könne der Betrieb bei Manroland fortgeführt werden.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) sieht hingegen die Hauptverantwortung für eine schnelle Lösung bei den Manroland-Gesellschaftern und bei den Banken, so ein Bericht aus dem “Handelsblatt”. “Es ist jetzt überhaupt nicht die Zeit, über Staatshilfen oder Bürgschaften zu sprechen”, sagte Zeil laut der Zeitung. “Wir werden alles tun, um schnell zu Zukunftsperspektiven zu kommen”, erklärte Zeil in Augsburg.

Kerner forderte unterdes Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler auf, umgehend einen runden Tisch für die Druckmaschinenbranche in Deutschland einzuladen. Ziel müsse es sein, ein industriepolitisches Konzept für die gesamte Branche zu entwickeln. Sie müsse als technologisches Kernstück des deutschen Maschinenbaus gesichert werden. „Eine nachhaltige Lösung ist nur mit den beiden anderen großen Druckmaschinenherstellern gemeinsam möglich“, betonte Kerner. Andernfalls drohe die Zerschlagung und der Ausverkauf eines Traditionsunternehmens und mit ihm der Verlust von tausenden Arbeitsplätzen.