Linde

Die IG Metall hat sich bereits vor Monaten gegen eine Fusion von Linde mit Praxair ausgesprochen. - Bild: Linde

Auch sei auf die Vorschläge einer Mediation nicht eingegangen worden. Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagte: "Viele Türen sind geöffnet worden. Herr Belloni und Herr Reitzle sind an allen Türen vorbeigegangen. Es ist ein Bruch mit der deutschen Industriegeschichte, solch eine sehr knappe Entscheidung brachial durchzupeitschen, statt einen Konsens zu suchen."

Noch am Dienstag hatte die IG BCE eine Mediation anstelle einer Kampfabstimmung im Aufsichtsrat vorgeschlagen. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte das unterstützt. Am Donnerstag hatte der Aufsichtsrat für eine Fusion mit Praxair gestimmt. "Herr Reitzle hat die Regel gebrochen, dass solche strategische Entscheidungen nicht gegen den Willen der Beschäftigten getroffen werden können. Und zwar aus gutem Grund: Eine Fusion gegen den Willen der Beschäftigten kann nicht funktionieren", so Wechsler weiter. Ende April hatten bei einem europaweiten Aktionstag 2.500 Linde-Beschäftigte an 30 Standorten gegen die Fusion protestiert, allein 1.200 vor der Konzernzentrale in München.

Die IG Metall hat sich bereits vor Monaten gegen eine Fusion von Linde mit Praxair ausgesprochen. Durch den angekündigten Personalabbau und die erwarteten Synergiepotenziale sieht die Gewerkschaft bis zu 10.000 Arbeitsplätze bei Linde gefährdet. Durch die Verlagerung des Sitzes der neuen europäischen Holding nach Dublin und die Steuerung des neuen Unternehmens aus den USA läge die Entscheidungshoheit über die Zukunft von Linde nicht mehr in Deutschland.