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Stahlarbeiter kochen vor Wut und demonstrieren in Brüssel. - Bild: ThyssenKrupp

„Europa muss sich klar und eindeutig zur Stahlindustrie bekennen und dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Geht die europäische Stahlindustrie den Bach runter, dann sind hunderttausende Arbeitsplätze nicht nur in der Stahlindustrie in Europa in Gefahr“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, auf der Kundgebung am Mittwoch in Brüssel anlässlich des Europäischen Stahlaktionstages ‚No Europe without steel‘, zu dem der Industriegewerkschaftsbund IndustriAll Europe aufgerufen hatte.

Forderung nach fairem Handel

„Wir brauchen einen Emissionshandel, der anspruchsvolle Umweltziele verfolgt, aber gleichzeitig die Stahlindustrie in ihrer Substanz nicht gefährdet. Und wir brauchen fairen Handel und vor allem effektive Handelsschutzinstrumente“, sagte der IG Metall-Vorsitzende. Die IG Metall und ihre europäischen Partnergewerkschaften setzen sich für handelspolitischen Schutz gegen ‚Stahl zu Dumpingpreisen‘ ein, mit dem insbesondere China den europäischen Markt beliefert. Deutschland habe aufgrund der hohen Investitionen in mehr Klimaschutz die umweltfreundlichste Stahlproduktion weltweit. „Nichts ist gekonnt, wenn die Stahlproduktion in Deutschland und Europa verloren geht. Dann wird Stahl dort produziert, wo es für das Klima um ein Vielfaches schädlicher ist“, sagte Hofmann.

Zudem bereiten den Gewerkschaften die geplanten Änderungen des europäischen Kohlendioxid-Emissionsrechtehandels Sorgen: Sie werden die Stahlbetriebe mit mehr als einer Milliarde Euro zusätzlich belasten. „Deshalb muss die Stahlindustrie weiter zum Carbon-Leakage-Sektor gehören. Wir brauchen wieder die Zuteilung freier Emissionszertifikate. Und wir wollen, dass weiter die 10 Prozent klimafreundlichsten Stahlwerke zu 100 Prozent eine freie Zuteilung in der Höhe ihrer Stahlproduktion bekommen“, forderte Hofmann.

IG Metall