IG Metall

In einer ersten Welle bis zur dritten Verhandlungsrunde am 18. Januar in Bremen sind laut IG Metall Tausende Metaller aus insgesamt mehr als 140 Betrieben zu mehrstündigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. - Bild: IG Metall

Bereits unmittelbar nach Mitternacht legten am Montag Mitarbeiter von Firmen im fränkischen Aschaffenburg und im westfälischen Iserlohn die Arbeit für kurze Zeit nieder.

Rund 2500 Beschäftigte zogen am Vormittag vor die Werkstore des Sportwagenherstellers Porsche und versammelten sich zu einer Warnstreik-Kundgebung. "Unsere Forderung nach sechs Prozent mehr Geld ist mehr als fair. Die Gewinne sprudeln, die Kassen der Arbeitgeber sind prall gefüllt. Uns dann nur zwei Prozent anzubieten, ist nicht nur weltfremd, das ist unverschämt", kritisierte dort der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Uwe Hück die Offerte der Arbeitgeber.

"Wenn die Arbeitgeber an den Forderungen nach einer kollektiven Ausweitung der Arbeitszeit festhalten und bei den Zuschlägen sparen wollen, dann spielen sie mit dem Feuer." Mit Bezug auf das von den Arbeitgebern veröffentlichte Gutachten, wonach Teile der Tarifforderung der IG Metall diskriminierend seien, sagte Hück: "Die Arbeitgeber legen damit die Axt an die Grundmauern unserer Demokratie."

Im Laufe des Tages sollen Kundgebungen in mehreren Städten Nordrhein-Westfalens sowie in Ostdeutschland folgen. Wie verschiedene Medien melden, plant die Gewerkschaft Warnstreiks bei Otis in Berlin, Bombardier in Brandenburg und Volkswagen in Chemnitz. Auch an der Küste sowie im Tarifbezirk Mitte sind Kundgebungen geplant.

Laut NDR wird am heutigen Montag auch bei Leoni Special Cables im niedersächsischen Friesoythe gestreikt. Am Dienstag sollen die Eisengießerei Dinklage und die Firma Broetje in Rastede folgen, beide ebenfalls in Niedersachsen. Am Mittwoch will die IG Metall die Warnstreiks dann auf die Bundesländer Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern ausgedehnen.

Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld und für alle 3,9 Millionen Beschäftigten die Option, ihre Arbeitszeit befristet auf 28 Wochenstunden absenken zu können. Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder sowie pflegende Familienangehörige sollen zusätzlich einen Teillohnausgleich erhalten, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren.

VDMA: "IG Metall lebt in einer Phantasiewelt"

Für den VDMA steht in der aktuellen Tarifauseinandersetzung die die Zukunftsfähigkeit des industriellen Mittelstands auf dem Spiel. Die Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn und nach einem Einstieg in die 28-Stunden-Woche ist für VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann ein Indiz, dass die IG Metall "offensichtlich in einer Phantasiewelt lebt". Mehr...