IG Metall

Die IG Metall vollzieht bei der Fusion zwischen Thyssenkrupp und Tata eine Kehrtwende. - Bild: IG Metall

Auslöser ist die Frage der Einbindung des niederländischen Tata-Stahlwerks in Ijmuiden in die Struktur des neuen Stahlkonzerns, wie die Gewerkschaft bestätigte. Zuvor hatte die Westdeutsche Allgemeine Zeitung darüber berichtet.

Es gebe Informationen, dass das lukrative Werk in den Niederlanden seine Gewinne nicht in das Joint Venture einbringen, sondern weiter selbst darüber verfügen können solle. "Sollte sich das Bewahrheiten ist das für uns nicht akzeptabel. Das machen wir nicht", sagte der IG-Metall-Gewerkschaftssekretär und Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der ThyssenKrupp AG, Markus Groms, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Gewerkschaft fürchtet, dass bei einer solchen Lösung die deutschen Standorte alleine für mögliche Verluste etwa im britischen Tata-Stahlwerk Port Talbot aufkommen müssten. Der stellvertretende Aufsichtsratschef von Thyssenkrupp Steel Europe sagte: "Es kann doch nicht sein, dass sich die niederländische Gesellschaft völlig von den Risiken des Joint Ventures freistellen lässt. Unter solchen Vorausetzungen können wir den auf keinen Fall zustimmen."

Ein Sprecher des ThyssenKrupp-Konzerns wollte die Vorgänge zunächst nicht kommentieren. In Konzernkreisen hieß es allerdings, es sei nun Sache von Tata, die Hausaufgaben zu machen.

Thyssenkrupp will mit Tata den zweitgrößten Stahlkonzern in Europa mit 48.000 Mitarbeitern und Werken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden schmieden.

Tata tritt Befürchtungen der IG Metall entgegen

Der indische Konzern Tata hat auf Befürchtungen der IG Metall reagiert, die Stahlfusion mit Thyssenkrupp könnte zu Lasten der deutschen Seite gehen. Dazu erklärte ein Tata-Sprecher, beide Unternehmen hätten sich verpflichtet, einen einheitlichen Rahmen für alle Geschäftsbereiche zu entwickeln.

Wie schon zuvor Thyssenkrupp teilte der Tata-Sprecher mit, dass die Prüfung der Bücher - die sogenannte Due Diligence - kurz vor dem Abschluss stehe. Zudem schreite auch «der Konsultationsprozess mit unseren Betriebsräten in ganz Europa, einschließlich der Gespräche mit unseren Gewerkschaften» voran.