IG Metall

In Sachen Entlassungen in der Kraftwerkssparte von Siemens verschärft die IG Metall den Ton und kündigt "kreativen Widerstand" an. - Bild: IG Metall

Sollte es zu betriebsbedingten Kündigungen und Standortschließungen kommen, so werde man "eine Diskussion über kreative Wege des Widerstands beginnen müssen", sagte IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner der Wirtschaftswoche.

Etwa könnten sich die Siemens-Mitarbeiter auf längere Sicht weigern, Mehrarbeit und Sonderschichten zu fahren, sagte Kerner, der auch im Aufsichtsrat von Siemens sitzt. Ein solcher Schritt könnte den Konzern empfindlich treffen. Um etwa die Termine beim kürzlich abgearbeiteten Kraftwerksgroßauftrag aus Ägypten einhalten zu können, war nach Gewerkschaftsangaben in erheblichem Maße Mehrarbeit angefallen.

Die Siemens-Sparte Power & Gas leidet unter dem weltweiten Trend zu Erneuerbaren Energien und dezentraler Stromerzeugung. Der Gesamtmarkt für große Turbinen hat sich nach Angaben von Konzernchef Joe Kaeser weltweit halbiert. Deshalb müssten die Kapazitäten angepasst werden, sagte er vergangene Woche auf der Bilanzpressekonferenz.

IG Metall: Siemens nicht in der Krise

Die Gewerkschaft bestreitet die Probleme nicht, will aber verhindern, dass es zu betriebsbedingten Kündigungen kommt, die ein fast zehn Jahre alter Standortsicherungs- und Beschäftigungspaktes im Grundsatz ausschließt. Die dortigen Öffnungsklauseln gälten nur, wenn Siemens sich in einer existenzbedrohenden Krise befinde, sagte Kerner. Das sei aber nicht der Fall. "Wir erwarten, dass ein Unternehmen mit einer wirtschaftlichen Potenz wie Siemens erst nach anderen Lösungen sucht."

Am Donnerstag will die Siemens-Arbeitsdirektorin Janina Kugler die Arbeitnehmervertreter im Wirtschaftsausschuss über das Ausmaß der Stellenstreichungen informieren. Nach Medienberichten droht der Abbau von 4.000 Stellen und die Schließung mehrer Standorte.