Bosch Rexroth

Die Plattform Industrie 4.0 und das Industrial Internet Consortium (IIC) starten ihre Zusammenarbeit. So sieht die Kooperation aus. - Bild: Bosch Rexroth

Das IIC und die Plattform Industrie 4.0 wollen ihre beiden Welten miteinander in Einklang bringen. Möglich sei dies, da sich die beiden Ansätze hervorragend ergänzen, wie Prof. Dr. Siegfried Russwurm, Mitglied der Leitung der Plattform Industrie 4.0 auf der gemeinsamen Pressekonferenz betonte.

Während das IIC eher domänenübergreifend in der Breite operiere, gehe es in der deutschen Plattform in die Tiefe und das ausschließlich innerhalb der Produktion. Die Amerikaner beschäftigen sich mit Geschäftsprozessen im Bereich Gesundheit, öffentlicher Raum, Transport, Fertigung und Energie; um die Produktion über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes hinweg geht es den Deutschen. Da sei man komplementär, so Russwurm.

Architekturmodelle werden abgeglichen

Als ihre wichtigsten Aufgaben sehen es nun die Vertreter der Gremien an, ihre Architekturmodelle miteinander abzugleichen, eine einheitliche Semantik zu erstellen, gemeinsame Testbeds durchzuführen und zu guter Letzt, sich um gemeinsame internationale Standards in den entsprechenden Gremien zu kümmern.

"Dazu bündeln wir unsere Kräfte", sagt Russwurm und hofft, dass nun all die Gerüchte hinsichtlich einer erbitterten Konkurrenz der beiden Organisationen aus dem Weg geräumt seien.

Eine wichtige Rolle in der Zusammenarbeit spielen die Referenzarchitekturmodelle RAMI und IIRA. Sie werden die Grundlage dafür sein, dass auch im Wettbewerb miteinander stehende Unternehmen vernetzte Lösungen entwickeln können. Die Kunden sollen künftig problemlos von einem Anbieter zum nächsten wechseln können. Dafür aber ist es notwendig, dass die beiden Modelle miteinander harmonieren.

 

Bild: Robert Bosch GmbH
Bild: Robert Bosch GmbH

Doch werden sich konkurrierende Unternehmen kaum Vorschriften hinsichtlich ihrer Architekturen machen lassen. Daher wird es nicht eine Architektur geben, sondern es wird einen gemeinsamen Architekturrahmen geben. "Damit ein Wechsel und eine Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Implementierungen auch von Wettbewerbern funktioniert", erklärt Russwurm.

Dass dies ein gangbarer Weg sei, beweise die gelungene unternehmensübergreifende Zusammenarbeit innerhalb der Plattform bei der Entwicklung von RAMI. So sehen die Vertreter der beiden Gremien zuversichtlich einer intensiven Zusammenarbeit entgegen.

Wichtiger Schritt

Siemens Russwurm
Prof. Dr. Siegfried Russwurm, Mitglied der Leitung der Plattform Industrie 4.0, CTO und Mitglied des Vorstandes der Siemens AG. - Bild: Siemens

"Mit anderen Initiativen zusammen zu arbeiten ist wichtig, insbesondere für Deutschlands exportorientierte Wirtschaft. Wir sind sehr daran interessiert, mit anderen zu kooperieren, um den Weg für globale Standards zu ebnen. Mit dem IIC – und anderen Konsortien – zusammenzukommen ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung", kommentierte Siegfried Russwurm, Mitglied der Leitung der Plattform Industrie 4.0, CTO und Mitglied des Vorstandes der Siemens AG.

Der Executive Director des IIC, Richard Mark Soley, ergänzte: "Das Unterfangen zeigt, dass kluge technisch-versierte Menschen jede Lücke schließen können und einen Weg finden, um Probleme zu lösen, die andernfalls vielleicht Hürden für den Eintritt in die Anwendung von IoT Technologie für industrielle Anwendungen geschaffen hätten. Ich beglückwünsche die Teilnehmer und bedanke mich für ihre erste Arbeit und freue mich auf eine erfolgreiche, weitergehende Zusammenarbeit."

Initiatoren sind Bosch und SAP

Das Züricher Treffen wurde durch die Robert Bosch GmbH und SAP, die jeweils Mitglieder in den Lenkungsgremien beider Organisationen sind, initiiert. Die in diesem ersten Treffen zusammengekommene informelle Gruppe wird ihre Arbeit bezüglich der Annäherung des IIC und der Plattform Industrie 4.0 fortsetzen. Die offene, informelle Gruppe bestand aus Vertretern der folgenden Unternehmen: Robert Bosch GmbH, Cisco, IIC, Pepperl + Fuchs, SAP, Siemens, Steinbeis Institute und ThingsWise.

"Ich freue mich, dass die beiden führenden Internet of Things Organisationen ihre Aktivitäten zusammenbringen", sagte Stan Schneider, Geschäftsführer von Real-Time Innovations (RTI) und Mitglied des IIC Steering Committee.

"Der Plattform Industrie 4.0-Ansatz mit seiner starken Verankerung in der industriellen Fertigung ergänzt sich sehr gut mit dem Ansatz des IIC, der seinen Fokus stärker auf IoT-Anwendungen für den Bereich der Gesundheitswirtschaft, Transport, Energie und Smart Cities legt. Wir arbeiten intensiv daran die Connectivity- Infrastrukturen der zu Grunde liegenden DDS und OPC UCA Verbindungsstandards anzugleichen. So ermöglichen wir ein rapides Wachstum aller von Industriellen Internet der Dinge betroffenen Wirtschaftsbereiche."

Sabine Spinnarke/Karoline Kopp