Plattform Industrie 4.0 wird in die Hände der Politik übergeben. Bild: Kometgroup

Plattform Industrie 4.0 wird in die Hände der Politik übergeben. Bild: Kometgroup

„Ist Industrie 4.0 schon tot?“, lautete die reißerische Schlagzeile einiger Medienberichte der vergangenen Wochen. Der Hintergrund: die Plattform soll zur diesjährigen Hannover Messe umstrukturiert werden und anstatt wie bisher von den drei Verbänden VDMA, ZVEI und BITKOM in Zukunft von der Politik getragen werden.

Doch was steckt wirklich dahinter? Zusammengefasst lautet die Antwort: Ja, es wird eine Umstrukturierung und Neuausrichtung geben und nein, Industrie 4.0 ist alles andere als tot. Im Gegenteil, die Plattform wächst und entwickelt sich weiter. Das haben alle drei Verbände, die die Plattform bisher tragen, bestätigt.

„Die Plattform wächst. Hannover ist ein wichtiger nächster Termin, weil es dann auch um die Weiterentwicklung der Plattform geht, bei der weitere gesellschaftliche Akteure und die Politik mit hinzukommen“, erklärt Frank Brückner, VDMA-Sprecher für das Thema Industrie 4.0.

Einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Plattform und die künftige Form bietet ein Blick auf die Historie, wie Wolfgang Dorst vom Digitalverband BITKOM anmerkt. „Industrie 4.0 hat sich von einem forschungspolitischen Thema unter der Führung der Forschungsunion Wissenschaft-Wirtschaft hin zu einer wirtschaftspolitischen Plattform entwickelt, die von den drei Verbänden VDMA, ZVEI und BITKOM nach Abschluss der ersten Phase übernommen wurde – auch auf Wunsch der Wirtschaft. Diese drei Verbände vertreten die Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Automatisierung und IT, die maßgeblich von Industrie 4.0 betroffen sind.

In der Zwischenzeit sind aber viele andere Interessensgruppen und Betroffene dazu gekommen, um die sich die drei Verbände allein nicht kümmern können. Die Plattform Industrie 4.0 wird daher – und das ist geplant und gewollt – in eine dritte, gesellschaftspolitische Phase übergehen“, erläutert der Experte.

Karoline Kopp