STUTTGART (ks). „Ungewöhnlich starke Auftragseingänge für die Industrielle Bildverarbeitung haben die Erholung nach dem Krisenjahr deutlich beschleunigt“, sagte Dr. Olaf Munkelt, Vorsitzender des Vorstandes VDMA Industrielle Bildverarbeitung, anlässlich der Messe Vision in Stuttgart. „Für das laufende Jahr rechnen wir daher mit einem Umsatzwachstum der deutschen Bildverarbeitungsbranche von 18% auf 1,1 Milliarden Euro“, so Munkelt. Allerdings verlangsame sich derzeit das Wachstum der Weltwirtschaft. Vor diesem Hintergrund prognostiziert VDMA Industrielle Bildverarbeitung für 2011 ein moderateres Umsatzplus von 5% für die deutsche Bildverarbeitungsindustrie. „Trotz der derzeit sehr erfreulichen Wachstumsdynamik sollte nicht übersehen werden, dass unsere Branche noch nicht auf das Umsatzniveau von 2008 zurückgekehrt ist. Treffen unsere Prognosen ein, so wird dies frühestens im Jahr 2012 der Fall sein“, sagte Munkelt weiter.

Auf den Inlandsmarkt entfiel 2009 knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes der deutschen Bildverarbeitungsbranche. Weitere 26% wurden im europäischen Ausland erzielt. Damit werden drei Viertel des Gesamtumsatzes innerhalb Europas realisiert. Ein vergleichbares Bild ergibt sich für die europäische Bildverarbeitung insgesamt. Nach Analysen der European Machine Vision Association (EMVA) realisierten die europäischen Anbieter 2009 knapp 73% ihres Umsatzes in Europa.

In den BRIC-Staaten sieht die die Bildverarbeitungsindustrie laut VDMA ein überproportionales Wachstum für die Branche, insbesondere in die asiatischen Märkte.

Wachstum durch Innovation
Wachstumspotenziale ergeben sich ebenfalls durch technologische Neuerungen in der Bildverarbeitung, so der VDMA. So steigen die 3D-Anwendungen seit Jahren kontinuierlich an. Allein von 2008 auf 2009 erhöhte sich der Anteil der Anwendung „3D-Messen“ sprunghaft von 10 auf 15%. Auch in der europäischen Bildverarbeitungsindustrie zeigt sich dieser Trend. Hier betrug der Anteil 2009 sogar 16%. Durch die Einbeziehung der dritten Dimension soll die Bildverarbeitung leistungsfähiger werden und deutlich mehr Aufgaben wirtschaftlich lösen – von der Inspektion von Kleberaupen über das Greifen ungeordneter Teile in Kisten bis hin zur Vermessung unregelmäßig geformter Salamis.

Als weiteren technologischen Wachstumstreiber macht die Branche die zunehmende Standardisierung in der Bildverarbeitung aus. Standardisierte Schnittstellen erleichtern die Integration der einzelnen Bildverarbeitungskomponenten in ein funktionssfähiges Gesamtsystem. Dies verringere den Aufwand und macht die Bildverarbeitungslösung leistungsfähig und wirtschaftlich.