DÜSSELDORF (ba). “Der wachsende Kostendruck im globalisierten Wettbewerb führt bei immer mehr Unternehmen zur Rückbesinnung auf die Kernkompetenzen. Deshalb sind sie auf Partner angewiesen, die dank hoher Spezialisierung Teilaufgaben einfach kostengünstiger und vielleicht auch besser lösen können”, beschreibt Reinhard Maass, Geschäftsführer des Bundesverbandes, die Situation.

Nach der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 seien schon im letzten Jahr die Umsätze und die Zahl der Beschäftigten im Industrieservice teils deutlich zweistellig gestiegen. Diese Entwicklung setze sich im laufenden Jahr uneingeschränkt fort, sagt Maass: “Anders noch als im Nachkrisenjahr 2010, als viele Unternehmen beim Outsourcing noch zurückhaltend waren, sind die Erwartungen der Branche jetzt weithin von Wachstum geprägt.”

Das Aufgaben-Spektrum im Industrieservice ist breit gefächert. In der chemischen und der Mineralölindustrie ist dem Branchenmonitor zufolge bereits jeder fünfte Arbeitsplatz an einen Dienstleister ausgegliedert. Zu den stark auf die Arbeitsteilung setzenden Unternehmen zählen auch Konzerne der Kraftwerks-, Energie- und Umwelttechnik sowie die Automobilindustrie. 

Zum großen Teil verdienen die Industriedienstleister ihr Geld in der Wartung und Instandhaltung von Großanlagen. Die WVIS-Mitgliedsunternehmen erzielen laut Branchenmonitor fast 45%  ihres Umsatzes in diesem Bereich. Nächstfolgender Schwerpunkt sind Aufgaben in der Technischen Reinigung, gefolgt von Montage und Installation. Industrieservice wird aber auch in völlig anderen Bereichen geleistet – etwa bei der Beratung und Planung, im Engineering, der Qualitätssicherung oder mit Personaldienstleistungen.

„Wir beobachten, dass im Rahmen der Arbeitsteilung immer mehr Know-how von den Kunden auf die Serviceunternehmen weitergegeben wird“, sagte Maass. „Der Branchenmonitor zeigt deutlich, dass unsere Auftraggeber entsprechend hohe Anforderungen an die Dienstleister hinsichtlich der Branchenkenntnisse, der Kompetenz und der Qualität der in den Unternehmen eingesetzten Mitarbeiter haben.“ Vor dem Hintergrund des auch im Industrieservice deutlich spürbaren Fachkräftemangels und der guten Branchenprognosen für die nächsten Jahre verstärke der Verband deshalb seine Aus- und Weiterbildungsangebote an seiner WVIS-Akademie.

Der WVIS repräsentiert 18 industrielle Dienstleister mit 8,2 Mrd Euro Umsatz und über 90000 Beschäftigten und damit etwa ein Drittel des deutschen Marktes. Europaweit bewerten die Experten für den Industrieservice das Marktvolumen von rund 100 Mrd. Euro.