NEUBIBERG (Dow Jones/gk).  0,10 Euro je Anteilsschein hat der Halbleiterhersteller hierfür am Dienstag bei der Präsentation der Jahreszahlen vorgeschlagen. “Damit wollen wir auch die Aktionäre angemessen an der erfolgreichen Geschäftsentwicklung teilhaben lassen”, sagte Vorstandsvorsitzender Peter Bauer. Die bislang einzige Dividende gab es im Jahr 2001 für das Geschäftsjahr 1999/2000. Damals erhielten die Anteilseigner 0,65 Euro je Infineon-Aktie.

Sein Schlussquartal hat der DAX-Rückkehrer wie erwartet stark abgeschlossen. Das Geschäft mit Mobilfunkchips (WLS), das im ersten Quartal des kommenden Kalenderjahres für rund 1,4 Mrd Dollar an Intel weitergereicht werden soll, ist in dieser Betrachtung nicht enthalten. Der Umsatz ohne die Mobilfunkchips wuchs auf 942 (Vorjahr: 609) Mio Euro, das Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft erreichte 193 (10) Mio Euro. Netto verblieben dem Konzern aus Neubiberg bei München im Schlussquartal 390 (11) Mio Euro.

Mit ihren Geschäftszahlen übertraf Infineon die Erwartungen der Analysten. Sie hatten im Schnitt mit einem Nettogewinn von 213 Mio Euro im Schlussquartal bei Erlösen von 915 Mio Euro gerechnet. Die Segmentergebnis-Marge des fortgeführten Geschäfts erreichte 18,2%, eine Bandbreite von 18% bis 20% hatte Infineon hier Ende September in Aussicht gestellt.

Für das seit Oktober laufende Geschäftsjahr rechnet die Infineon Technologies AG mit einem Umsatzplus von fast 10% und einer Segmentergebnis-Marge im mittleren bis hohen Zehnprozentbereich. Für das laufende erste Quartal ist der Halbleiterhersteller etwas vorsichtiger geworden und erwartet nun einen Umsatz, der stabil oder leicht rückläufig zum Schlussquartal 2009/10 sein wird.

Mitte September hatte der Halbleiterkonzern noch erklärt, die Erlöse im Startquartal zumindest auf dem Niveau des Vorquartals halten zu wollen. Die Segmentergebnis-Marge in Summe werde im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal im Wesentlichen unverändert bleiben, hieß es von Infineon am Dienstag. Infineon legt seiner Prognose nun einen Wechselkurs des US-Dollar gegenüber dem Euro von 1,40 zugrunde. Zu den Drittquartalszahlen hatten die Neubiberger hier einen Wechselkurs von 1,30 angesetzt.

Das Geschäftsjahr 2009/10 hat Infineon mit einem Nettoergebnis von plus 659 (minus 626) Mio Euro bei Erlösen von 3,30 (2,18) Mrd Euro ohne die Handychips abgeschlossen. Mit den Handychips erreichte der Segmentumsatz im Schlussquartal 1,4 Mrd Euro und im Gesamtjahr 4,59 Mrd Euro.

Mit den Mobilfunkchips verkauft Infineon das zuletzt umsatz- und ergebnisstärkste der vier Segmente. 489 Mio Euro Umsatz und 109 Mio Euro Segmentergebnis brachte das Geschäft mit Chips für Handys und Tablett-Rechner im Schlussquartal ein. Auf Jahressicht lagen die Mobilfunkchips bei den Erlösen sogar mit dem großen Industriesegment nahezu gleichauf und 100 Mio Euro vor den Chips für die Autobranche.

Ein Jahresumsatz von fast 1,4 Mrd Euro bricht Infineon weg, wenn das Geschäft wie geplant im ersten Quartal des Kalenderjahres an Intel geht. Das Bundeskartallamt hat der Transaktion bereits zugestimmt. Vorstandsvorsitzender Peter Bauer hatte Ende September erklärt, den Konzernumsatz ohne die Mobilfunkchips langfristig wieder über 4 Mrd Euro bringen zu wollen und damit dann eine Bruttomarge im niedrigen Vierzigprozentbereich und eine Segmentergebnismarge im hohen Zehnprozentbereich einzufahren.

Am Dienstag gab Bauer zudem einen Einblick, was er mit den Einnahmen aus dem Spartenverkauf plant. Er will die Produktion ausbauen und dazu das Investitionsvolumen im laufenden Geschäftsjahr auf rund 550 Mio EUR von zuletzt 325 Mio EUR anheben. So soll etwa der Standort Kulim in Malaysia erweitert und der Einsatz einer neuen Wafer-Technik mit 300-Milimeter-Wafern geprüft werden. Intern wird dieses Projekt als “Power300″ bezeichnet. Geldsorgen drücken den DAX-Rückkehrer derzeit nicht, die Netto-Cashposition erreichte zum Geschäftsjahresende (30. September) 1,33 Mrd EUR.

Das Geschäft mit Kunden aus der Autoindustrie läuft bei den Neubibergern derzeit auf Hochtouren, die Nachfrage kann kaum befriedigt werden. Entsprechend kletterte der Umsatz hier im Schlussquartal um 43% auf 340 (238) Mio EUR, das Ergebnis wuchs auf 58 (21) Mio EUR. Im laufenden Geschäftsjahr trauen die Neubiberger dem Segment ein Umsatzplus von etwa 10% zu, auch im Auftaktquartal wird mit Umsatzwachstum gerechnet.

Die Industriekunden verhalfen dem Segment Industrial & Multimarket zu einem Umsatzplus von 61% auf 413 (257) Mio EUR. Das Ergebnis verdreifachte sich gar auf 98 (31) Mio EUR. Das Industriesegment soll auch im laufenden Geschäftsjahr Wachstumstreiber bleiben, hier erwartet Infineon einen Umsatzanstieg, der “deutlich höher ausfallen wird als im Gesamtkonzern”. Im Auftaktquartal soll hier der Umsatz stabil bleiben.

Im kleinsten Segment, dem Geschäft mit Chips für Ausweise und elektronische Tickets, stieg das Ergebnis auf 12 (1) Mio EUR bei einem Umsatzplus von 31% auf 115 (88) Mio EUR. Im laufenden Geschäftsjahr wird hier nur mit einem sehr langsamen Umsatzzuwachs gerechnet, im Auftaktquartal werde sich der Umsatz “saisonal bedingt” voraussichtlich negativ entwickeln.