MÜNCHEN (Dow Jones/Süddeutsche Zeitung/rm). “Es gibt keinerlei Gespräche zwischen Infineon und Sistema über eine Beteiligung”, sagte Vorstandsvorsitzender Peter Bauer der “Süddeutschen Zeitung” (SZ – Freitagausgabe). Sistema hatte in den vergangenen Jahren immer wieder um Infineon gebuhlt und angeblich zuletzt auch bei Kanzlerin Merkel die Chancen für einen Einstieg ausgelotet.

Bauer sagte, Infineon sei ein globales Unternehmen, das die Wachstumschancen in aufstrebenden Märkten in den kommenden Jahren nutzen wolle. Doch offenbar sieht er Russland nicht als wichtigsten Markt an. “Asien bietet für uns in den nächsten Jahren das größte Wachstumspotenzial”, sagte der Manager. Zudem seien geschäftliche Kooperationen in der Halbleiterbranche ohne kapitalmäßige Verflechtung üblich, so handhabe Infineon es beispielsweise auch in China.

Bauer bekräftigte, dass die Halbleiterbranche einen längeren Aufschwung erlebt. “Ich denke, der Aufschwung hält an”, sagte Infineon-Chef. “Wir erwarten, den Umsatz im nächsten Geschäftsjahr 2010/11 im hohen einstelligen Bereich zu steigern.” Bauer rechnet damit, dass Infineon in allen Sparten weiter wächst. Zudem komme dem Konzern der starke Dollar entgegen. „Im vierten Quartal werden wir noch stärker von der Abschwächung des Euro profitieren”, meinte Bauer. Die Profitabilität solle insgesamt steigen.