Von Archibald Preuschat, Dow Jones

FRANKFURT (Dow Jones)–Der Münchener Chiphersteller hatte im vergangenen Jahr wie seine Wettbewerber auch unter den Folgen der Wirtschaftskrise gelitten, die auf die Finanzkrise gefolgt war.

Bei Vorlage der Viertquartalszahlen vergangene Woche hatte Infineon dann aber einen optimistischen Ausblick auf das gerade begonnene Geschäftsjahr gegeben. Der Konzern will ein jährliches Umsatzplus von 10% in den kommenden fünf Jahren beibehalten und damit schneller wachsen als der Markt.

Er sei glücklich mit der Krise, sagte Bauer. Diese habe Infineon vorangetrieben. Der Konzern hatte wegen des Abschwungs die Kosten um 600 Mio Euro reduziert, dabei 3.500 Stellen gestrichen und Kurzarbeit eingeführt.

Nach dem Verkauf ihrer Sparte Wireless an Intel will sich Infineon auf Chips mit den Anwendungsschwerpunkten Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit konzentrieren. Bauer sagte, einige der Infineon-Produkte unterlägen nicht den Konjunkturzyklen, dies gelte beispielsweise für Chips, die im Energiesektor benötigt werden. Zudem seien Elektroautos ein Milliardenmarkt, Elektrofahrzeuge benötigten zusätzliche Halbleiterprodukte im Wert von 300 Mio bis 400 Mio Euro. Infineon liefere beispielsweise Chips, die in Elektrofahrzeugen des Herstellers Tesla Motors eingesetzt werden. Tesla bietet mit Erfolg einen teuren und mit Strom betriebenen Sportwagen an.

Der Infineon-CEO sagte weiterhin, der Konzern werde die Absicherung gegen Währungssschwankungen beim Dollar zurückfahren, sobald der Verkauf der Wireless-Sparte an Intel abgeschlossen sei. Das Geschäft ist am stärksten von den Infineon-Bereichen im Dollar-Raum unterwegs und erlöst dort 90% seiner Einnahmen.