Infineon kämpft derzeit mit Sparmaßnahmen gegen sinkende Margen an, plant nun aber Zukäufe (Bild:

Infineon kämpft derzeit mit Sparmaßnahmen gegen sinkende Margen an, plant nun aber Zukäufe (Bild: Infineon).

(Dow Jones/ks). “Ich peile mehrere kleine oder auch mal eine mittelgroße Übernahme an”, sagte Vorstandsvorsitzender Reinhard Ploss der Süddeutschen Zeitung. Infrage kämen Unternehmen, die zum Geschäftsbereich mit Halbleitern für die Stromversorgung oder zum Industrie-Bereich passten. Die Kasse sei derzeit mit 1,9 Mrd Euro gut gefüllt. Daher erwäge der Vorstand nicht nur Akquisitionen, sondern auch, das auslaufende Aktien-Rückkaufprogramm fortzuführen.

Infineon prüfe zudem, das Patentportfolio der einstigen Speicherchip-Tochter Qimonda zu kaufen. Qimonda ging 2009 Pleite, der Insolvenzverwalter wirft Infineon Fehler vor und fordert vor Gericht fast 3,4 Mrd Euro Schadenersatz. “Es gibt Überlegungen, unabhängig vom Rechtsstreit Qimondas Patentportfolio zu kaufen”, sagte Ploss. “Wir vertreten die Auffassung, dass Infineon die Patente ohnehin in Lizenz nutzen darf, aber in der Chipindustrie sind eigene Patente wichtig.”

Was den Rechtsstreit angeht, ließ der Manager die Bereitschaft zu einem außergerichtlichen Vergleich erkennen. Dafür gebe es aber nur einen sehr moderaten finanziellen Rahmen. Mrd-Forderungen halte Infineon für unbegründet.

Infineon kämpft derzeit mit Sparmaßnahmen gegen sinkende Margen an. Als Zulieferer für viele Branchen ist die Halbleiterindustrie besonders anfällig für Konjunkturschwankungen. Der DAX-Konzern hatte die Investoren im September zum wiederholten Male mit einer Gewinnwarnung verschreckt. Im November hatte sich Infineon dann noch etwas pessimistischer gezeigt und sein Sparprogramm verschärft.