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Der Halbleiterhersteller Intel hat seine Premium-Chips überarbeitet und hofft damit, der PC-Branche unter die Arme zu greifen. - Bild: Intel

Die Mikroprozessoren aus der Core-Serie gehen in die sechste Generation, welche auf der sogenannten Skylake-Architektur basiert. Sie soll nach Angaben des Konzerns die Leistung von PCs steigern und den Stromverbrauch senken.

Zur Anwendung kommen dürften die neuen Chips in einer großen Spanne von Geräten, von ultradünnen Notebooks bis hin zu hochgerüsteten Spielemaschinen. Andere Funktionen von Skylake könnten es etwa ermöglichen, die Anzahl der Anschlüsse zu verringern und Passwörter durch Gesichtserkennung zu ersetzen.

Die am Dienstagabend vorgestellten und lange erwarteten Chips folgen auf die Markteinführung des Betriebssystems Windows 10 von Microsoft Ende Juli. Die beiden Konzerne hoffen, dass die Verfügbarkeit neuer Hardware und Software die Nachfrage nach PCs in einem schrumpfenden Markt anschiebt.

"Wie es mit der PC-Industrie weitergeht, wird auch davon abhängen, wie Skylake abschneidet", sagte Analyst Patrick Moorhead von Moor Insights & Strategy.

Die PC-Verkäufe begannen vor mehreren Jahren zu erodieren, als die Kunden vermehrt zu Tablets und Smartphones griffen. Kurzzeitig ging es 2014 wieder nach oben, weil Unternehmen mehr Computer kauften, als Microsoft den Support für das alternde System Windows XP auslaufen ließ.

Die Bedingungen wurden 2015 wieder schwieriger. Die PC-Verkäufe sanken im zweiten Quartal um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie die Marktforscher der International Data Corp schätzen. Einige Analysten begründen den jüngsten Rückgang zumindest teilweise damit, dass die Kunden auf Windows 10 und Skylake warteten.

Intel will die Skylake-Architektur für 48 Chips nutzen, die in den kommenden Monaten auf den Markt kommen sollen. Hersteller von High-End-Spiele-PCs bieten bereits auf Skylake basierende Systeme an. Laptop-Hersteller werden ihre aktualisierten Produkte auf der am Freitag beginnenden Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin vorstellen.

"Es ist eine Architektur, der wir im gesamten PC-Ökosystem begegnen werden", sagte Analyst Charles King vom Marktforscher Pund-IT.

Der bei Intel zuständige Senior Vice President Kirk Skaugen sagte, das Unternehmen schiele auf mehr als 500 Millionen in Gebrauch befindliche PCs, die mehr als vier Jahre alt sind. Verglichen mit diesen Systemen werden durch Skylake angetriebene PCs laut Intel bei Standard-Anwendungen doppelt so schnell sein. Die Computer werden außerdem kleiner und leichter werden, weil Skylake-Chips weniger Energie verbrauchen. Das bedeutet, dass Komponenten enger aneinander gesetzt werden können und weniger Kühlung benötigen. Verglichen mit den jüngsten Systemen werden gängige Laptops laut Intel mit Skylake-Chips 10 Prozent schneller bei Standard-Anwendungen bei 20 Prozent weniger Energieverbrauch.

"Aus unsere Marktforschungen geht hervor, dass die Kunden ihre Notebooks aktualisieren wollen", so Skaugen. "Sie warten nur auf den richtigen Zeitpunkt."

Skaugen prognostiziert, dass Skylake auch dazu beitragen wird, dass neuere Geräte populärer werden, etwa ultradünne Notebooks, die keine Lüfter mehr brauchen, und sogenannte "Compute Sticks", Steckmodule, die an einen Fernseher angeschlossen werden, damit er sich als Computer nutzen lässt.

Der Konzern ermutigt PC-Hersteller, die neuen Chips mit der von Intel entwickelten dreidimensionalen Kameratechnologie namens RealSense zu kombinieren. Diese Technologie kann die Größe von Objekten und den Abstand zwischen ihnen berechnen. Solche Kameras können bei der Gesichtserkennung für die Identitätsfeststellung zum Einsatz kommen oder Objekte für den 3D-Druck scannen.

Die Skylake-Einführung geht mit dem Plan von Intel einher, die Anzahl der Kabel zu reduzieren. Eine zentrale Entwicklung ist eine neue Version des USB-Anschlusses, den Intel mit einer Schnittstellen-Technologie namens Thunderbolt kombiniert. Dadurch können durch ein Kabel Daten mit hoher Geschwindigkeit übertragen, externe Displays angeschlossen und Laptops geladen werden, ohne dass eine sperrige Energieversorgung benötigt wird, wie Analyst Moorhead erläutert.