Der seit Anfang November amtierende Chef von MAG Europe, Rolf Rickmeyer, erklärt den Ausstieg des

Der seit Anfang November amtierende Chef von MAG Europe, Rolf Rickmeyer, erklärt den Ausstieg des umstrittenen Investors Mo Meidar, der in der Branche hohe Wellen geschlagen hat (Bild: MAG Europe).

von Sebastian Moser

Herr Rickmeyer, die finanzielle Situation bei MAG Europe ist angespannt. Wie geht es weiter?
Die Situation war durch einen dramatisch hohen Auftragseingang angespannt. Die vorhandenen Avallinien zur Projektfinanzierung haben für das gestiegene Geschäftsvolumen nicht mehr ausgereicht. Unsere Finanzinstitute haben diese Avallinien nun erweitert und uns mit einem Überbrückungskredit unterstützt. Die angespannte Situation liegt somit hinter uns.

Warum hat Mo Meidar sich zurückgezogen?
Die Gründung der MAG Europe im Jahr 2005 durch Herrn Meidar und die Eingliederung zahlreicher namhafter und traditionsreicher Werkzeugmaschinenbauer war ein mutiger Schritt, den es vorab zu würdigen gilt. Bei den Verhandlungen mit den Finanzinstituten um die Erweiterung der Kreditlinien wurden weitere Beiträge auch vom bisherigen Eigentümer, Herrn Meidar, gefordert. Diese Beiträge konnte Herr Meidar in der Kürze der Zeit nicht leisten und er hat letztlich die Geschäftsanteile der MAG Europe in ein Treuhandmodell übertragen. Mit dem Rückzug von Herrn Meidar (siehe Bericht “Mo Meidar geht”, Anm. d. Red.) geht ein Kapitel in der Geschichte unseres Unternehmens zu Ende. Wir blicken optimistisch in die Zukunft. Dazu haben wir auch allen Anlass, denn unser Auftragseingang hat sich von 270 Mio Euro in 2009 über 435 Mio Euro in 2010 auf jetzt prognostiziert 680 Mio Euro für 2011 erhöht.

Welche konkreten Schritte haben Sie bereits unternommen, um das Vertrauen der Kunden, Mitarbeiter, Banken und Zulieferer zu gewinnen?
Wir haben eine schonungslose Bestandsaufnahme gemacht und haben alle Beteiligten offen darüber informiert, wo wir stehen und wie wir uns die nächsten Schritte vorstellen. So werden wir das auch weiterhin handhaben. Wir werden klare und schlanke Strukturen schaffen und Verantwortlichkeiten stärker an die operativen Einheiten übertragen. Wenig Verbesserungsbedarf gibt es bei unseren Geschäftsfeldern Automotive und Service, die bereits profitabel arbeiten. Im Bereich Industrial Equipment gibt es dagegen Handlungsbedarf in einzelnen Standorten. Hier werden wir verschiedene Maßnahmen einleiten.

Können Sie uns die Treuhandlösung bei MAG erklären?
Zum Geschäftsführer der maßgeblichen Treuhandgesellschaft ist Alfred Hagebusch bestellt, Heinz Dürr unterstützt die Treuhandgesellschaft als Beirat. Beide Herren sind anerkannte, kompetente und erfahrene Persönlichkeiten. Jetzt gilt es in aller Ruhe und Sorgfalt einen geeigneten und langfristig verlässlichen Investor zu finden.